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Letzte Aktualisierung: 26.03.2019

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»Warten auf Godot« von Samuel Beckett im Schauspielhaus Frankfurt

von Ilse Romahn

(08.01.2019) Samuel Becketts Jahrhundertstück ist eine böse Farce über die menschliche Existenz. Vladimir und Estragon warten vergebens auf Godot, der heute nicht kommen wird. Auch morgen nicht. Wartende in einer Transitsituation.

»Man sollte nicht vergessen, dass Beckett das Stück geschrieben hat, als die ersten Stimmen aus den Vernichtungslagern sich Gehör verschafften«, kommentiert der Historiker Valentin Temkine 2008. Das unerlöste Warten der beiden Protagonisten Vladimir und Estragon ragt weit über die Theaterbühne hinaus. Die existentielle Einsamkeit des Menschen offenbart sich, die Abhängigkeit voneinander, die sinnlosen Spiele von Herrschaft und Knechtschaft. Wenige Texte sind von einer solchen Wirkungskraft. Im grotesken Clownsspiel verbirgt sich eine tieftraurige Parabel über eine Gesellschaft ohne Ziel. Mit den Mitteln des Absurden begegnet Beckett dem Grauen, um das Recht auf Menschlichkeit zu postulieren.

Unter der Regie von Robert Borgmann spielen Isaak Dentler, Max Mayer, Heiko Raulin und Samuel Simon.

Premiere ist am 12. Januar 2019, 19.30 Uhr, im Schauspielhaus
Weitere Vorstellungen: 14./18./24./25./31. Januar, 4./6./13./14./23. Februar 2019