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Letzte Aktualisierung: 25.06.2019

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„Fridays for Future“-Großdemonstration zur EZB anlässlich der Europawahl

von Ilse Romahn

(22.05.2019) Am 24. Mai mobilisiert Fridays for Future Frankfurt am Main gemeinsam mit Youth for Climate Luxemburg, Straßburg und Brüssel im Rahmen der internationalen Klimastreiks vor die Europäische Zentralbank (EZB), die Europäische Investitionsbank (EIB), das Europäische Parlament und den Europäischen Rat/Rat der EU, um eine konsequente Klimapolitik zu fordern. Die Bewegung rechnet mit mehreren tausend Demonstrierenden.

Am Freitag, 24. Mai, findet der internationale Klimastreik anlässlich der anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Am Wahlwochenende werden junge Menschen in ganz Europa auf die Straßen gehen, um ein Zeichen zu setzen und Mitmenschen und Politik zu zeigen: Europawahl ist Klimawahl! In Europa und weltweit werden hunderttausende Demonstrierende erwartet. Allein in Deutschland sind bereits in über 220 Städten Demonstrationen angemeldet.

„Die Klimakrise ist eine akute Bedrohung für unser aller Zukunft – und die ersten irreversiblen Folgen werden wir schon in wenigen Jahren zu spüren bekommen, wenn wir nicht sofort handeln. Wir haben keine Zeit mehr!“ sagt Gilles Vandaele aus Brüssel. „Die EU als Bündnis vor allem reicher Industriestaaten muss als Vorbild vorangehen und der Welt zeigen, dass sich Wohlstand und Klimaschutz vereinen lassen, damit sich global endlich etwas tut. Das ist möglich – nur braucht es dafür jetzt Veränderungen!“ ergänzt Emil Riedel aus Frankfurt am Main. In Frankfurt am Main startet die Demonstration um 12:00 Uhr am Willy-Brandt-Platz in der Innenstadt und endet, nach einer Aktion vor dem Hauptsitz der EZB, an der Weseler Werft am Mainufer. Eine weitere „Fridays for Future“-Demonstration aus Offenbach wird mit dem Frankfurter Demozug vor der EZB zusammentreffen und gemeinsam zur Kundgebung an die Weseler Werft ziehen.

Neben vielen Aktionen während der Demonstration hat das Organisationsteam ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Auf der Bühne wird es Redebeiträge und Musik geben; auf dem Gelände der Weseler Werft werden zudem zahlreiche Infostände für alle, die sich noch eingehender mit den Themen Umweltund Klimaschutz befassen wollen, bereitstehen. Auch für Verpflegung ist gesorgt. Ein Highlight wird sicherlich die Rede von Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber sein, der als einer der bekanntesten und renommiertesten Klimaforscher der Welt zur Unterstützung von Fridays for Future nach Frankfurt am Main kommt. Zusammen mit den bekannten Musikern von „Ok Kid“ und „Swiss & Die Andern“ wird die Kundgebung zu Ende gehen. Die beiden Bands werden mit ihren politischen Texten noch einmal verdeutlichen, dass auch die Kunst Farbe bekennt und sich dem Protest gegen die aktuelle Klimapolitik anschließt.

Die Klimakrise ist ein globales Phänomen, das nicht im nationalen Alleingang angegangen werden kann. Gerade deshalb ist die Europawahl die wahrscheinlich letzte Chance, um die Weichen für eine lebenswerte Zukunft zu stellen.

In Frankfurt am Main, Luxemburg, Straßburg und Brüssel finden Demonstrationen zur EZB und EIB sowie zum Europäischen Parlament und Europäischen Rat statt, um auf deren Bedeutung in der europäischen Klimapolitik aufmerksam zu machen und einen sofortigen Kurswechsel zu forrdern. Die EU muss die Klimakrise endlich als die konkrete Bedrohung anerkennen, die sie ist und der Klimapolitik allerhöchste Priorität einräumen. Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben die Macht, eine Gesetzgebung voranzubringen, die die Staaten der EU dazu verpflichtet, Maßnahmen umzusetzen, um das 1,5-Grad-Ziel noch einzuhalten. Die EZB und die EIB sind in der Position, eine klimaverträgliche Wirtschaft finanzieren zu können und die Subventionen für fossile Industrien einzustellen. Allein die Tatsache, dass es zahllose Notfallsitzungen wegen des Brexit, aber noch keine einzige wegen der unmittelbar drohenden Klimakatastrophe gab, zeigt, dass es dringend Zeit für Veränderung ist.

„Wir rufen alle Wählerinnen und Wähler auf, an ihre und unsere Zukunft zu denken und für das Klima zu wählen. Lasst uns die Wahlen zu Klimawahlen machen und für Parteien stimmen, die sich für unsere Forderungen, für unsere Zukunft einsetzen!“ appelliert Brice Montagne aus Luxemburg. Das länderübergreifende Organisationsteam rechnet mit tausenden Streikenden und anderen Demonstrierenden, so haben bereits viele benachbarte Ortsgruppen von Fridays for Future/Youth for Climate und andere Klimaschutzorganisationen zugesagt, am 24. Mai nach Frankfurt am Main, Luxemburg, Straßburg und Brüssel zu mobilisieren.

„Wir freuen uns schon sehr auf den 24. Mai, auch wenn der Grund, auf die Straße zu gehen, sehr sehr ernst ist.“, sagt Helena Marschall aus Frankfurt am Main. „Die Klimakrise bringt uns alle zusammen und wir hoffen, dass wir einmal mehr und besonders jetzt im Vorfeld der Wahlen Aufmerksamkeit schaffen können - und dass wir vielleicht sogar einige der Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in den Institutionen, zu denen wir mobilisieren, erreichen können“, ergänzt Léo Boehm aus Straßburg. Wir laden alle Menschen ein, sich unseren länderübergreifenden Demonstrationen für das Klima anzuschließen."

www.fridaysforfuture.de