Archiv-Reisen

Zwischen Kiefern, Küste und Kreativität

Unterwegs zu den Kunsthandwerkern an der französischen Atlantikküste

Ob zwischen Pinienwäldern, in kleinen Hafenorten oder direkt am Strand – an der französischen Atlantikküste begegnet man neuem und traditionellem Handwerk auf Schritt und Tritt. In Ateliers, Werkstätten, Manufakturen und kleinen Läden entstehen Produkte, die ihren Ursprung und ihre Inspiration aus der Natur und der Geschichte der Umgebung haben.

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Bei Lartigue 1910 werden aus den typisch baskischen Streifenstoffen Taschen, Tischdecken oder Espadrilles hergestellt, In der Boutique Pignada haben die angebotenen Bilder, T-Shirts, Postkarten oder Kerzen immer einen tiefen Bezug zur Region Die Schmuckstücke aus dem Atelier Doussaint in Audenge sind handgefertigt und inspiriert von Licht, Wellen und Sandbänken der Bucht von Arcachon
Foto: sixquatredeux, Landes Atlantique Sud, Atelier Doussaint.

Egal ob gewebt, geformt, bedruckt oder bemalt – das Kunsthandwerk ist immer etwas Besonderes. Wer diese kreativen Orte besucht, lernt nicht nur traditionelle Techniken kennen, sondern auch die Menschen dahinter und was sie an der rauen Küstenlandschaft so fasziniert. Mit den Keramiken, Stoffen, Schmuckstücken oder sogar Surfbrettern nimmt man weit mehr mit nach Hause als nur ein Souvenir – ein Stückchen echtes französisches Atlantikgefühl. 

Lartigue 1910 – baskische Streifen mit Geschichte 
Die bunten Streifenstoffe von Lartigue 1910 sind typisch für das französische Baskenland. Einst wurden aus ihnen robuste Decken für Hirten gefertigt. Heute entstehen aus den Baumwollstoffen in Handarbeit Tischdecken, Geschirrtücher, Espadrilles oder verschiedene Taschen. Wer möchte, kann die Werkstätte in Ascain besuchen und den Weberinnen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. In den Läden – zum Beispiel in Saint-Jean-de-Luz oder Biarritz – kann man sich ein Stück baskischer Lebensart für zu Hause mitnehmen: farbenfroh, funktional und ein passendes Erinnerungsstück an den Besuch im Baskenland.

Shapers Club – Surfbretter direkt von der Atlantikküste
Nur wenige Kilometer vom Ozean entfernt entstehen im Shapers Club in Marennes nahe der Insel Oléron hochwertige Surfbretter in Handarbeit. Die Werkstatt wurde 2019 von passionierten Surfern gegründet, die ihr Know-how mit regionaler Surfkultur verbinden. Hier kann man den Shapern bei der Arbeit zusehen und sich sein individuelles Brett direkt vor Ort anfertigen lassen – maßgeschneidert für die Wellen der französischen Atlantikküste. Im Showroom gibt es außerdem Zubehör, Kleidung und eine Auswahl fertiger Boards für alle, die gleich ins Wasser wollen.

Atelier Doussaint – Schmuck vom Bassin d‘Arcachon
Im Atelier Doussaint in Audenge entstehen handgefertigte Schmuckstücke mit klarer Formensprache. Louise Doussaint fertigt in ihrer Werkstatt, die gleichzeitig als Laden dient, filigranen Schmuck aus recyceltem Silber, Natursteinen und Perlen – inspiriert von Licht, Wellen und Sandbänken der Bucht von Arcachon. Zu den Kreationen gehören etwa Kettenanhänger in Form von Muscheln, Walflossen oder den typischen Cabanes Tchanquées, die Watthünden auf Stelzen im Bassin. Besucher können der Designerin bei der Arbeit zusehen oder individuelle Stücke in Auftrag geben.

L’Île aux Artisans – ein Dorf voll Kunsthandwerk im Herzen der VendéeI
IÎle aux Artisans in Sallertaine ist ein lebendiges Künstlerdorf, in dem rund 25 Kunsthandwerker ihre Werkstätten und Läden vereinen. Hier entstehen in Handarbeit einzigartige Objekte – von filigranem Porzellanschmuck über kunstvolle Messer bis hin zu detailreichen Holzarbeiten. Zu den bekanntesten gehören Adèle Thomas mit ihren filigranen Schmuckstücken aus Porzellan und Silber, das Atelier Delahaye, das hochwertige Messer fertigt, sowie Autour du Bois mit kunstvollen Holzarbeiten. Besucher können die Ateliers besichtigen, den Handwerkern bei der Arbeit zuschauen und in den Läden besondere Souvenirs mitnehmen. L’Île aux Artisans verbindet regionale Tradition mit zeitgenössischer Kunst und lädt zum direkten Austausch mit den Kunsthandwerkern ein.

Faïencerie de Pornic – bemalte Keramik mit maritimen Motiven
Seit 1947 wird in der Faïencerie de Pornic Keramik in Handarbeit gefertigt und bemalt. Typisch sind die Schalen, Teller und Tassen mit farbenfrohen Szenen aus dem Alltag der Region am Atlantik: Segelboote, Fischer, Möwen oder Figuren in traditionellen Trachten. Besucher können die Werkstatt besichtigen und den Malern bei der filigranen Handarbeit zusehen. Wer möchte, lässt sich auch eine der bekannten Namensschalen – die „Bol Prénom“ – individuell gestalten. Ein Besuch in der Manufaktur verbindet traditionelles Handwerk mit Küstenflair.

Atelier Sous les Pins – Töpferkurse unter Kiefern

Im Atelier Sous les Pins in Capbreton dreht sich alles um das Arbeiten mit Ton. In der kleinen Werkstatt nahe der Atlantikküste werden Schalen, Tassen, Vasen oder dekorative Objekte aus Steinzeug von Hand geformt, glasiert und gebrannt. Besonders ist: Besucher können nicht nur kaufen, sondern selbst kreativ werden – bei Drehkursen an der Töpferscheibe oder Modellier-Workshops. Vom Pinching bis zum Plattentechnik lernen Anfänger und Fortgeschrittene alle Schritte des keramischen Handwerks kennen und nehmen am Ende ein selbstgemachtes Stück mit nach Hause.

Boutique Pignada – klare Formen, tiefe Wurzeln
Pignada – das bedeutet „Kiefernwald“ auf Gaskonisch – und genau die prägen das Design dieser jungen Marke aus dem französischen Departement Les Landes. In einem kleinen Laden mitten im Pinienwald werden Kleidung, Poster, Karten und Wohnaccessoires verkauft, alle mit grafischen Motiven, die von der Region inspiriert sind. Die Produkte werden vor Ort entworfen und in Les Landes hergestellt, oft auf Recyclingpapier oder in Bio-Baumwolle. Wer die Boutique besucht, findet klare Formen, natürliche Materialien und ein Stück Südwestfrankreich zum Mitnehmen – reduziert im Stil, nachhaltig im Anspruch.   

Weitere Informationen zur französischen Atlantikküste unter atlantikkustefrankreich.de.