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Die Passagierin an der Oper Frankfurt

Oper in zwei Akten von Mieczysław Weinberg

Die Oper Die Passagierin von Mieczysław Weinberg (1919-1996) gelangte erst 2010, also 42 Jahre nach ihrer Vollendung, bei den Bregenzer Festspielen zur szenischen Uraufführung. Das auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman der Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz (1923–2022) basierende Werk erlebte am 1. März 2015 seine Frankfurter Erstaufführung. Nun kehrt die Inszenierung aus der Spielzeit 2014/15 von Anselm Weber zum zweiten Mal nach Frankfurt zurück.

Szenenfoto 1
Szenenfoto 1
Foto: Barbara A
Szenenfoto
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Foto: Barbara Aumüller

Der Widerhall bei Publikum und Presse rund um die Premiere war gewaltig. So konnte man im Opernmagazin Orpheus lesen: „Anselm Weber ist das gelungen, was man einen großen Wurf nennt. Eine naturalistische Weltinnenschau von packender Dramatik und feinfühliger Personenführung. Ein Glücksfall für die Oper Frankfurt.“

Zum Inhalt: Ein Schiff auf dem Weg nach Brasilien, Ende der 1950-er Jahre; Lisa und ihr Mann Walter sind auf dem Weg in eine neue Zukunft, als eine Begegnung Lisas Vergangenheit als KZ-Aufseherin in Auschwitz heraufbeschwört. Sie meint in einer mitreisenden Passagierin die ehemalige Gefangene Marta zu erkennen, von deren Tod sie überzeugt war und die ihr nun gegenüber zu stehen scheint. Walter, der nichts vom Vorleben seiner Frau wusste, ist entsetzt und sieht seinen Ruf als Botschafter in Gefahr. Die Vergangenheit bricht über Lisa herein und zwingt sie, sich in Form von Rückblenden zu erinnern und sich dem Erlebten zu stellen.

Musikalisch geleitet wird die zweite Wiederaufnahme von Leo Hussain, der auch die Premierenserie im Jahr 2015 dirigierte. Der britische Dirigent war in dieser Spielzeit auch für die Premiere von Mitridate, re di Ponto musikalisch verantwortlich. Die Hauptpartie der Lisa singt Katharina Magiera, seit 2009/10 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, wo sie zuletzt u. a. als Auntie (Peter Grimes) zu erleben war. AJ Glueckert, dem Haus ebenfalls seit mehreren Spielzeiten verbunden, übernimmt die Partie des Walter. Die amerikanische Sopranistin Amanda Majeski ist als Marta zu hören; sie gastierte bereits an namhaften Opernhäusern wie der Metropolitan Opera in New York und am Teatro Real Madrid. Mikołaj Trąbka, Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, gestaltet die Partie des Tadeusz. Weitere Rollen sind mit Julia Stuart (Katja), Corinna Scheurle (Krystina), Zanda Švēde (Vlasta), Kelsey Lauritano (Hannah), Younji Yi (Yvette), Judita Nagyová (Bronka), Juanita Lascarro (Alte), Aleksander Myrling (1. SS-Mann), Alfred Reiter (2. SS-Mann), Abraham Bretón (3. SS-Mann), Jarrett Porter (Steward), Morgan-Andrew King (Passagier) und Barbara Zechmeister (Oberaufseherin) besetzt.

Wiederaufnahme: Sonntag, 1. Februar 2026, um 18 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 8. (18 Uhr), 13., 21. Februar 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr

Preise: € 16 bis 121 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf (069)21249494 erhältlich.