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Letzte Aktualisierung: 02.12.2022

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Zwei professionelle „Opernretter“ in Kriftels Lindenschule

von Adolf Albus

(10.11.2022) Wie funktioniert die Nebelmaschine? Wie sieht der Alltag einer Opernsängerin aus? Wie viele Opern haben Alishia und Frederik schon gesungen? Und: Wie bekommen sie die Gesichtsausdrücke hin, dass alle sehen, was sie fühlen?

Die Opernsänger Frederik Baldus und Alishia Funken schlüpften in unterschiedliche Kostüme und Rollen.
Foto: Gemeinde Kriftel
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Diese und noch viel mehr spannende Fragen stellten die Grundschüler der Lindenschule nach den insgesamt drei Vorführungen in der Weingartenhalle den engagierten Opernsängerin Alishia Funken und Opernsänger Frederik Baldus.

Schon während den Aufführungen der Kinderoper „Aida und der magische Zaubertrank“ waren die Kinder begeistert mitgegangen, hatten die Akteure beobachtet, sie lautstark darauf aufmerksam gemacht, dass Gegenstände heruntergefallen waren, und sogar ein Lied mitgesungen, dass im Vorfeld eingeübt worden war. Bei der letzten Aufführung hatte der Zweitklässler Nicolas Kramb auf seiner Flöte sogar den Refrain des Mitsingliedes als Solo aufgeführt.

„Ich hätte gar nicht gedacht, dass die Kinder so gut mitmachen und alles ganz aufmerksam verfolgen“, berichtet Musiklehrerin und Fachschaftsleiterin Sandra Rübsamen. Sie war durch ein Schreiben des Landes Hessen auf die „Opernretter“ aufmerksam geworden, deren Auftritte an Schulen durch Gelder aus dem Programm „Löwenstark“ finanziert werden können. Dieses Programm soll helfen, Defizite zu kompensieren, die durch die Corona-Pandemie für Schüler entstanden sind.

Papageno war der Star

„Ich wollte mit der Einladung der Opernretter dazu beitragen, das Gemeinschaftsgefühl in der Schule nach der Pandemie zu stärken und den Kindern auf diese Weise auch die Gattung Oper nahebringen. Sie haben die Aufführungen der Profis ernsthaft verfolgt und den für sie ungewöhnlichen Gesang bewundert“, berichtet die Lehrerin. „Einige Schülerinnen haben mir im Nachhinein erzählt, dass sie jetzt Opernsängerinnen werden wollen“, schmunzelt sie. Besonders gut gefallen habe den Kindern der „Papageno“ aus „Der Zauberflöte“.

„Aida und der magische Zaubertrank“ ist eine Produktion des Vereins „TourneeOper“, die 2013 ihre Uraufführung in der Mannheimer Abendakademie feierte. Kinder im Grundschulalter sollen mit Original-Opernarien von berühmten Komponisten, live gesungen und aufgeführt, in einer spielerischen, packenden Handlung für klassische Musik und Gesang begeistern werden. Im Verlauf der Vorstellung werden zahlreiche klassische Arien und Duette aus dem Bereich der Oper dargeboten: aus dem „Fliegenden Holländer“, der „Zauberflöte“ oder „Carmen“.

„Besonders begeistert waren die Kinder auch vom Zaubertrank, der Musikmaschine, den Kostümen und der lockeren Art der Darstellenden, die auf die Reaktionen der Kinder spontan eingingen und denen es gelang, auch immer wieder für Ruhe und Aufmerksamkeit zu sorgen“, erzählt Sandra Rübsamen.

Worum geht es im Stück? Die Souffleuse Aida ist verzweifelt. Ihr geliebtes Opernhaus wird geschlossen, weil niemand mehr Opern hören möchte. Bei ihrem Abschiedsrundgang durch die Oper fällt ihr ein alter Brief mit einem seltsamen Inhalt in die Hände: „die Oper kann gerettet werden“, „braue einen Zaubertrank“, „finde die Zutaten mit Hilfe der Zauberflötenmusikmaschine“. Aida ist sprachlos. Kann die Oper doch noch gerettet werden? Zu allem Unglück taucht auch noch ihr verhasster Kollege Papageno auf. Doch die beiden haben keine andere Wahl: Sie müssen sich gemeinsam auf eine abenteuerliche Suche hinter die Kulissen der Oper begeben, um den magischen Zaubertrank zu brauen. Den Reaktionen der Krifteler Kinder nach zu urteilen besteht durchaus Hoffnung, dass die Oper auch zukünftig Liebhaber finden wird.