Zurück zur Schallplatte: warum Vinyl auch im digitalen Alltag seinen Platz hat
Beim Aufräumen im Keller meiner Eltern bin ich im letzten Winter auf zwei Kisten mit alten Schallplatten gestoßen. Jazz, ein bisschen Soul, die frühen Alben von Bands, die ich sonst nur aus Playlists kannte. Einen Plattenspieler gab es im Haus schon lange nicht mehr. Also habe ich mich auf die Suche gemacht und schnell gemerkt, dass sich in den letzten Jahren einiges getan hat.
Foto: Unsplash / Jace & Afsoon
Nostalgiker genießen das klassische Knistern mit einem Audizio Plattenspieler mit modernen Funktionen. Dass beides zusammenpasst, hat mich anfangs selbst überrascht.
Warum Vinyl wieder gefragt ist
Schallplatten sind nie ganz verschwunden, aber in den letzten Jahren haben sie ein beachtliches Comeback erlebt. Für viele geht es dabei weniger um technische Perfektion als um das Erlebnis. Eine Platte aus der Hülle nehmen, die Nadel aufsetzen, eine Seite am Stück hören: das ist das Gegenteil vom schnellen Weiterskippen in der Streaming-App. Man hört bewusster, und das leise Knistern zwischen den Stücken gehört für viele einfach dazu.
Was moderne Plattenspieler anders machen
Früher brauchte man für einen Plattenspieler fast immer einen Verstärker mit Phono-Eingang und passende Lautsprecher. Viele aktuelle Modelle sind flexibler. Einige haben einen eingebauten Vorverstärker, sodass man sie direkt an Aktivlautsprecher oder eine normale Stereoanlage anschließen kann. Andere bieten Bluetooth, um Musik kabellos an Lautsprecher oder Kopfhörer zu senden, oder einen USB-Anschluss, mit dem sich Platten digitalisieren lassen.
Gerade der letzte Punkt war für mich spannend. Einige der Platten aus dem Keller habe ich auf keiner Streamingplattform gefunden. Mit einem Plattenspieler mit USB-Anschluss lassen sie sich am Computer aufnehmen und so zusätzlich sichern.
Worauf ich beim Kauf geachtet habe
Bevor ich mich entschieden habe, bin ich diese Punkte durchgegangen:
- Anschlüsse: passt der Plattenspieler zur vorhandenen Anlage, oder braucht es zusätzliche Geräte
- Vorverstärker: ein eingebauter Phono-Vorverstärker erspart ein weiteres Gerät im Regal
- Geschwindigkeiten: 33 und 45 Umdrehungen sind Standard, für alte Schellackplatten braucht man 78 und meist eine spezielle Nadel
- Tonabnehmer: die Nadel ist ein Verschleißteil und sollte sich einfach austauschen lassen
- Optik: ein Plattenspieler steht meist gut sichtbar im Wohnzimmer, das Design darf also ruhig gefallen
Analog hören, digital leben
Sammler schätzen die Kombination aus analoger Tradition und digitaler Moderne, die MaxiAxi hier präsentiert. Ich kann das inzwischen gut nachvollziehen. Unter der Woche läuft bei mir weiterhin Streaming, beim Kochen oder unterwegs. Am Wochenende lege ich dagegen gerne eine Platte auf und höre sie von Anfang bis Ende. Das eine schließt das andere nicht aus.
Ein Punkt, den viele unterschätzen, ist die Aufstellung. Ein Plattenspieler mag keine Vibrationen. Steht er direkt neben einem Lautsprecher oder auf einem wackeligen Regal, kann die Nadel springen oder der Klang dröhnen. Ein stabiler, gerader Untergrund und etwas Abstand zu den Boxen machen hörbar einen Unterschied. Und die Platten selbst lagert man am besten stehend, nicht gestapelt, damit sie sich nicht verziehen.
Ein Hobby mit Geschichte
Die zwei Kisten aus dem Keller sind inzwischen auf fast doppelt so viele Platten angewachsen. Flohmärkte, kleine Plattenläden und Tauschbörsen machen es einem leicht, die Sammlung zu erweitern. Wer mit dem Gedanken spielt, wieder Vinyl zu hören, muss sich nicht zwischen Nostalgie und Komfort entscheiden. Ein moderner Plattenspieler verbindet beides, und das Knistern gibt es gratis dazu.
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