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Letzte Aktualisierung: 30.11.2021

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Zum Weltdiabetestag am 14. November

Risikofaktor Übergewicht: Diabeteserkrankungen in Hessen nehmen zu

von Ilse Romahn

(12.11.2021) Die Zahl der Diabetes Typ 1 und 2 Diagnosen bewegt sich in Hessen weiterhin auf hohem Niveau. Im Jahr 2019 litten 9,1 Prozent der hessischen Bevölkerung unter der Zuckerkrankheit. „Das entspricht mehr als 570.000 Personen und einem Anstieg von 10,2 Prozent seit dem Jahr 2014“, erklärt Martin Till, Landeschef der BARMER.

Der stärkste Anstieg sei zwischen den Jahren 2014 und 2017 erfolgt, seit dem Jahr 2017 sei die Zahl der Erkrankten weitgehend stabil. Die Analyse zeige zudem, dass die Zunahme um 10,2 Prozent zu lediglich 17 Prozent auf den demographischen Wandel zurückzuführen sei. Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur seien deshalb bei weitem nicht die alleinige Ursache für die Anzahl der Diabetikerinnen und Diabetiker. Auch Bewegungsmangel und nachteilige Ernährungsgewohnheiten gehören zu den maßgeblichen Risikofaktoren. In Hessen stieg die Zahl der Betroffenen im bundesweiten Vergleich sehr dynamisch an. Nur im Saarland (+10,9 Prozent) und in Hamburg (+10,4 Prozent) lagen die Anstiegsraten bei Diabeteserkrankungen im Zeitraum von 2014 bis 2019 höher.

10 Prozent der Menschen in Hessen erhalten Adipositasdiagnose
Zwischen 2014 und 2019 ist auch die Zahl der Menschen mit Adipositasdiagnose um mehr als 87.000 auf rund 619.000 gestiegen. Adipositas ist ein Risikofaktor für Diabetes mellitus. „Isolation und Bewegungsmangel während der Corona-Pandemie könnten die Situation vieler Menschen mit starkem Übergewicht derzeit weiter verschlechtert haben“, vermutet Till. Die Zahl der Diagnosen in der hessischen Bevölkerung sei zwischen 2014 und 2019 um mehr als 12 Prozent angestiegen. Im Jahr 2019 sei annähernd jeder zehnte Mensch in Hessen (9,9 Prozent) von einem Haus- oder Facharzt aufgrund von Adipositas behandelt worden. Hessen habe damit allerdings noch geringfügig unter dem Bundesdurchschnitt von 10,4 Prozent gelegen. Es müsse zudem von einer erheblich höheren Dunkelziffer ausgegangen werden, so Till. Das sei damit zu erklären, dass vor allem gering adipösen Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 bis unter 35 nur selten die Diagnose Adipositas ausgestellt wird. Laut Robert Koch-Institut sei bundesweit fast ein Viertel der Erwachsenen von starkem Übergewicht betroffen.

Frauen etwas häufiger von Adipositas betroffen
Laut BARMER Arztreport kommen Adipositas-Diagnosen in der weiblichen Bevölkerung Hessens geringfügig häufiger vor. 2019 erhielten 10,8 Prozent der Frauen und 9 Prozent der Männer eine entsprechende Diagnose. 2014 waren 9,7 Prozent der hessischen Frauen und 7,8 Prozent der Männer betroffen. Eine Möglichkeit, um diesen Trend umzukehren, sieht Till in der Gesundheitsprävention: „Ernährungskurse und Bewegungsangebote, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und oft auch digital verfügbar sind, sind eine echte Chance, um nachteilige Gewohnheiten zu ändern und positiv auf das eigene Körpergewicht und die Gesundheit einzuwirken.“

Weitere Informationen und Angebote unter https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/ernaehrungsgesundheit