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Letzte Aktualisierung: 27.05.2020

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Zum Wandel der öffentlichen Kommunikation im 19. Jahrhundert

20. Mai, 19:30 Uhr, YouTube-Livestream Frankfurter Hausgespräche

von Ilse Romahn

(20.05.2020) Alles veloziferisch? Zum Wandel der öffentlichen Kommunikation im 19. Jahrhundert. Gespräch mit Prof. Dr. Anne Bohnenkamp, Dr. Tina Theobald und Dr. Kristin Kube am 20. Mai.

Schon Goethe erlebte seine Zeit als eine Phase ungeheurer Beschleunigung gerade auch der Kommunikation, die ihn einerseits zur Proklamation seiner Idee einer ‚Weltliteratur‘ inspirierte, die er andererseits sehr kritisch sah: „Jenes ungestörte, unschuldige, nachtwandlerische Schaffen, wodurch allein etwas Großes gedeihen kann, ist gar nicht mehr möglich. Unsere jetzigen Talente liegen alle auf dem Präsentierteller der Öffentlichkeit. Die täglich an funfzig verschiedenen Orten erscheinenden kritischen Blätter, und der dadurch im Publikum bewirkte Klatsch, lassen nichts Gesundes aufkommen. Wer sich heut zu Tage nicht ganz davon zurückhält und sich nicht mit Gewalt isoliert, ist verloren." (Eckermann. FA II 12, 527.)

Die Direktorin des Freien Deutschen Hochstiftes, Prof. Dr. Anne Bohnenkamp, diskutiert mit Dr. Tina Theobald (Universität Heidelberg), Expertin für Medien und Sprachgeschichte, und mit Dr. Kristin Kube, Kennerin der (Technik-)geschichte des frühen 19. Jahrhunderts, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Folgen der Beschleunigung in der Goethezeit und unserer Gegenwart.

Die Veranstaltung wird am 20. Mai ab 19.30 Uhr im YouTube-Livestream übertragen: https://youtu.be/qgoWM6Wz4mU

Zur Gesprächsreihe Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, Haus am Dom, Literaturhaus Frankfurt und das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Haus widmen die diesjährigen Frankfurter HausGesprächen dem Thema ‚Alles gut? Kommunikation im radikalen Wandel‘.

Die Art des Umgangs miteinander verrät viel über den Zustand einer Gesellschaft. Die Kommunikationsformen der Gegenwart unterscheiden sich in vielem von den Üblichkeiten früherer Zeiten. Beschleunigung, Reichweite und direkte Kommunikation begünstigen einerseits unmittelbare Teilhabe am öffentlichen Diskurs, verführen aber auch zu Ausschlägen und Vulgarität. Wie entwickeln sich neue Kommunikationsbräuche? Welche neuen Formen sind erkennbar? Ist der kommunikative Umbruch, den wir erleben, tatsächlich so ungewöhnlich, wie wir ihn empfinden? Und befeuert die Pandemie diese Entwicklung zusätzlich? Diese Fragen behandeln die vier Diskussionsrunden aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Die weiteren Termine der Frankfurter HausGespräche 2020 27. Mai, 19:30 Uhr, Livestream: Die große Gereiztheit: Wege aus der kollektiven Erregung https://hausamdom-frankfurt.de

Termin folgt: „Deutschland schafft mich – Als ich erfuhr, dass ich doch kein Deutscher bin" mit Michel Abdollahi – https://literaturhaus-frankfurt.de

www.freies-deutsches-hochstift.de