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Letzte Aktualisierung: 19.02.2020

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Zum Vorfreuen: Palmengarten zeigt Frühlingsblumen

von Ilse Romahn

(07.02.2020) „Wenn auf Gefilden neues Entzücken keimt und sich die Ansicht wieder verschönt ...“ – dann zieht wie in diesem Gedicht von Friedrich Hölderlin der Frühling ins Land. Den Palmengarten hat er bereits erreicht: Vom 6. bis 23. Februar verwandelt sich die Galerie am Palmenhaus in einen Frühlingswald.

Frühlingsblumen im Palmengarten
Foto: Stadt Frankfurt /Palmengarten Frankfurt
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Narzissen, Tulpen, Traubenhyazinthen, Primeln, Zwerg-Iris, Weiden und Forsythien strecken den Besuchern ihre Knospen, Blättchen und Blüten entgegen. Die Farbpalette: Gelb, Pink, Violett, Orange. „Nach dem tristen Winter ist jede Farbe erlaubt. Das macht gute Laune“, sagt Dominik Heukemes, der den Frühlingswald zusammen mit seinem Galerieteam gestaltet hat.

Den größten Teil der gezeigten Frühlingsblumen haben die Gärtner des Palmengartens großgezogen. 50.000 Blumenzwiebeln und -knollen wurden dafür sortiert, in Kisten gepackt und ins Kühlhaus gebracht, wo die Blumen etwa sechs Wochen lang bei fünf Grad lagern. „Frühlingsblumen brauchen diese Kälteeinwirkung, um dann, wenn die Temperaturen wieder steigen, Frühlingsgefühle zu entwickeln, also den Impuls zum Austreiben zu bekommen“, erklärt Gärtnerin Rebekka Schilde-Richter. Ist der Kühlprozess abgeschlossen, setzen die Gärtner Zwiebeln und Co. in Töpfe – je nach Sorte dreier-, fünfer- oder, bei kleinen Frühlingsboten wie Krokussen, zwanzigerweise. Allein das Topfen dauert bis zu zwei Wochen. Ist es erledigt, werden die Pflanzen angegossen und in den Gewächshäusern zwei bis drei Wochen unter eine Verdunklungsfolie gestellt. „Das verhindert vorzeitiges Austreiben“, erklärt Schilde-Richter. Anschließend erhöhen die Gärtner die Temperatur nach und nach auf 20 Grad – so bilden Narzissen, Tulpen und Traubenhyazinthen pünktlich zur Frühlingsschau ihre Blüten.

„Es ist schon faszinierend und ansteckend, was die blühenden Frühlingsboten bei uns bewirken: Sie wecken Vorfreude auf länger werdende Tage, auf Vogelgezwitscher, den ersten Spaziergang in der wärmenden Sonne und das erste Eis. Sie machen einfach gute Laune“, sagt Palmengarten-Direktorin Katja Heubach. „Und ich bin immer wieder begeistert und dankbar, mit wie viel Sorgfalt und Leidenschaft unsere erfahrenen Gärtner*innen unsere Blumenschauen wie die Frühlingsschau vorbereiten.“ Bereits Mitte September kommen die Blumenzwiebeln und -knollen in der Gärtnerei an. Von da an bereiten die Gärtner den Frühling im Palmengarten aktiv vor, die Planungen beginnen freilich weitaus früher. Gut drei Wochen vor Eröffnung der Schau startet dann die Gestaltung der Galerie – Landschaften werden angelegt, Bachläufe geschaffen, Erde aufgeschüttet, Blumen gepflanzt.

„Den Palmengarten-Frühling können unsere Besucherinnen und Besucher dieses Jahr bis zum 23. Februar bewundern – quasi unsere Preview zum meteorologischen Frühling“, sagt Heubach. „Neu ist: Sie können sich beim Gang durch die Galerie auch über die Blütenökologie der Frühblüher informieren. Denn das ist unser neues Leitthema für die kommenden Jahre – ganz im Sinne der baldigen Eröffnung unseres neuen Blüten- und Schmetterlingshauses. Als kleinen Vorgeschmack auf die größere Ausstellung im Blüten und Schmetterlingshaus ab 2021 finden sie in einer unserer Blumenschauen Informationstafeln mit alle wichtigen Details zu Arten, Formenvielfalt, Blütenaufbau und Bestäubung.“ (ffm)