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Letzte Aktualisierung: 05.08.2020

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Zum Tod von Wilfried F. Schoeller

von Ilse Romahn

(08.01.2020) Zum Tod des Literaturkritikers und Autors Wilfried F. Schoeller kondoliert Kulturdezernentin Ina Hartwig seiner Familie und drückt ihre tief empfundene Anteilnahme aus.

 „Wilfried F. Schoeller war ein Büchermensch, ein Literaturkenner und Biograf, dem es gelang, seine Leidenschaft an andere weiterzugeben: als Literaturredakteur, später als Abteilungsleiter von ,Aktuelle Kultur und Musik‘ und Moderator der von ihm begründeten Sendung ,Bücher, Bücher‘ im Hessischen Rundfunk. Ein Vierteljahrhundert prägte Wilfried F. Schoeller die Literatursendungen des Hessischen Rundfunks. Als Gesprächspartner überzeugte er mit seinem Charme und seiner scharfen Ironie und moderierte gemeinsam mit Erhard Denninger über viele Jahre die Römerberggespräche in Frankfurt. Wilfried F. Schoeller wird der Literaturszene und auch mir ganz persönlich sehr fehlen.“

Schoeller wurde am 3. Juli 1941 in Illertissen geboren und war Mitbegründer der ARD-Kultursendung „Titel, Thesen, Temperamente“. Der promovierte Germanist und Historiker war ab 1972 Literaturredakteur beim Hessischen Rundfunk und von 1993 bis 2002 Leiter der Abteilung „Aktuelle Kultur und Musik“. Im Hessischen Fernsehen moderierte er zehn Jahre lang die von ihm begründete Sendung „Bücher, Bücher“, die er mit ins Leben rief. Zu Schoellers wichtigsten Werken gehören Arbeiten über Heinrich Mann, Theodor W. Adorno und Franz Marc. Als Herausgeber war er für das Gesamtwerk von Oskar Maria Graf und die Tagebücher von Klaus Mann verantwortlich. Zudem schrieb er zahlreiche Hörspiele und Fernseh-Drehbücher.

1990 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Von 2002 bis 2009 war er Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland. Er starb im Alter von 78 Jahren in Berlin, wie seine Familie bekannt gab. (ffm)