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Letzte Aktualisierung: 21.11.2019

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Zum Tod von Monika Schoeller

von Ilse Romahn

(22.10.2019) Die Nachricht vom Tod der langjährigen Verlegerin der S. Fischer Verlage und Gründerin der S. Fischer Stiftung, Monika Schoeller, hat Kulturdezernentin Ina Hartwig erschüttert. Sie würdigt die Verstorbene als eine der bedeutendsten Repräsentantinnen der deutschsprachigen und internationalen Verlagswelt.

„Monika Schoeller war eine herausragende Verlegerin, die das Vermächtnis des in Frankfurt am Main ansässigen S. Fischer Verlages in die Zukunft weitergetragen hat. Mit mäzenatischem Engagement hat sie großartige Editionen wie die historisch-kritischen Gesamtausgaben unter anderem von Thomas Mann, Frank Kafka oder Hugo von Hofmannsthal ermöglicht. Die Versöhnung mit Israel und der kulturell-literarische Austausch mit Osteuropa waren ihr eine Herzensangelegenheit. Als Mitglied im Verwaltungsausschuss des Freien Deutschen Hochstiftes/Frankfurter Goethehaus hat sie sich auch um das Kulturleben der Stadt Frankfurt verdient gemacht. Sie hinterlässt eine schmerzhafte Lücke in unserer Stadt.“

Schoeller wurde am 15. September 1939 in Stuttgart geboren. Sie studierte Sprachen sowie Kunstgeschichte und Germanistik. Die Tochter des Verlegers Georg von Holtzbrinck übernahm 1974 den S. Fischer Verlag in Frankfurt und war damit eine der ersten Frauen weltweit, die ein internationales Publikationshaus leiteten. 2002 zog sie sich aus dem operativen Geschäft zurück, blieb aber bis zu ihrem Tod Verlegerin und Mitglied der Geschäftsführung. Unter ihrer Leitung brachte der S. Fischer Verlag zahlreiche große Editionen heraus, wie zum Beispiel die große kommentierte Frankfurter Ausgabe der Werke Thomas Manns im Jahr 2002, aber auch diejenige von Ilse Aichinger, Sigmund Freud, Hugo von Hofmannsthal, Carl Zuckmayer, Arthur Schnitzler, Alfred Kerr, Heinrich Mann, Franz Kafka und Hubert Fichte. Im Jahr 2002 wurde die in Berlin ansässige S. Fischer Stiftung gegründet, die sich dem kulturellen und besonders dem literarischen Austausch widmet und etwa Übersetzungen und Austauschprojekte mit Schriftstellern aus Russland, der Ukraine, Weißrussland, Ungarn, Polen und der Türkei ermöglicht.

Monika Schoeller ist am Donnerstag, 17. Oktober, nach kurzer, schwerer Krankheit in Filderstadt bei Stuttgart gestorben. (ffm)