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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Zum Tod von Kurt Sigel

von Ilse Romahn

(20.06.2022) Am Mittwoch, 8. Juni, ist der Frankfurter Schriftsteller und Künstler Kurt Sigel im Alter von 90 Jahren verstorben. Sigel war vielfältig künstlerisch tätig, sein vielgestaltiges und umfangreiches Werk zeichnet sich durch Ironie und einen kreativ-anarchischen Umgang mit Sprache aus. Besonders verdient machte er, der als „Querbabbler aus Frankfurt“ über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt war, sich auch um die Hessische Mundart.

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig spricht den Angehörigen im Namen der Stadt Frankfurt ihre Anteilnahme aus: „Mit dem ‚Querbabbler‘ Kurt Sigel ist ein Urgestein des Frankfurter Kulturlebens von uns gegangen. Er war ein echtes Original und ein wahres Multitalent, der Grafik und Literatur virtuos und mit Witz verbunden hat. Scharfkantig und scharfsinnig hat er das Hessische zur Literatursprache erhoben. Als Stifter eines renommierten Lyrikpreises macht er sich auch um kommende Dichtergenerationen verdient. Die Stadt Frankfurt wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“ 
 
Sigel wurde am 3. August 1931 in Frankfurt geboren und machte nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zum Schriftsetzer. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählungen, Gedichte und Hörspiele, darunter viele im neuhessischen Dialekt. Als bildender Künstler reüssierte er auf den Gebieten Malerei, Zeichnung und Fotografie. 1991 erhielt Sigel die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt, 2007 widmete ihm die Universitätsbibliothek eine Ausstellung zu seinem literarischen und grafischen Werk. Sigel stiftete den nach ihm benannten Lyrik-Preis, der vom PEN-Zentrum Deutschland ausgeschrieben und alle zwei Jahre vergeben wird, zuletzt 2022 an Sabine Göttel. (ffm)