Zum Tag der seltenen Erkrankungen
Künstliche Intelligenz wird Versorgung massiv verändern
"Digitale Anwendungen erleichtern die Analyse von großen unstrukturierten Datenmengen. Solche Auswertungen können die Diagnostik von komplexen Krankheitsbildern erleichtern, sodass die richtige Behandlung zügiger eingeleitet werden kann. Davon profitieren vor allem Menschen, die unter uneindeutigen Symptomen sowie seltenen Krankheiten leiden", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.
KI und Big- Data-Anwendungen bringen aber auch für Menschen, die nicht unter einer seltenen Erkrankung leiden, viele Vorteile. Ein erstes Beispiel dafür ist der auf KI basierende Symptomcheck "Ada". Es handelt sich dabei um eine kostenlose App, in die Nutzer ihre Beschwerden eingeben können. Das System stellt anschließend weitere Detailfragen zu den Symptomen. Die eingegebenen Daten werden mittels KI analysiert und der Nutzer erhält am Ende eine qualifizierte Bewertung seiner Symptome. Die TK kooperiert seit Ende des vergangenen Jahres mit dem Berliner Unternehmen "Ada Health", das die App entwickelt hat.
Der Bedarf, sich digital über Gesundheitsthemen zu informieren, ist groß in der Bevölkerung. Laut einer TK-Studie nutzen 83 Prozent aller Hessen regelmäßig Suchmaschinen, um ihre Symptome zu checken. Den Patienten fällt es dabei jedoch oft sehr schwer, zwischen seriösen und unseriösen Suchergebnissen zu unterscheiden. "Durch unsere Kooperation mit Ada Health wollen wir unseren Versicherten ein Angebot bieten, das auf wissenschaftlich fundierten und inhaltlich verständlichen Informationen basiert. Die Versicherten sollen so in ihrer Gesundheitskompetenz und in ihrer Patientensouveränität gestärkt werden", erklärt Voß.
Im ersten Schritt erhalten TK-versicherte Ada-User über Ada Hinweise auf für sie passende Versorgungsangebote ihrer Krankenkasse. "Hat die App durch die angegebenen Symptome beispielsweise ermittelt, dass beim Nutzer ein Burn-Out vorliegen könnte, erhält er einen Hinweis auf das digitale Burn-Out-Coaching der TK", so Voß. Im zweiten Schritt wird Ada in die neue "TK-Doc"-App integriert. TK-Versicherte haben dann die Möglichkeit, nach der Nutzung von Ada auf Wunsch per Videotelefonie mit einem Mediziner des TK-Ärztezentrums verbunden zu werden, um ihre unmittelbar drängendsten Fragen zu ihren Ada-Ergebnissen an einen Arzt richten zu können . Die TK-Doc-App ist bereits in den App-Stores verfügbar; das Angebot befindet sich aktuell noch in der Beta-Phase. "Fakt ist, dass Ada und die TK-Doc-App nicht den Arztbesuch und den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ersetzen. Die eigentliche Diagnosestellung und Behandlung findet selbstverständlich auch weiterhin in den Praxen und Kliniken statt", stellt Voß klar.
Techniker Krankenkasse http://www.tk.de/lv-hessen
Weitere Artikel aus der Kategorie: