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Zukunft des Luftfahrtstandorts Deutschland im Fokus beim Luftverkehrsgipfel

Branchenexperten versammeln sich am 3. Februar in Frankfurt am Main

Die deutsche Luftfahrt steht vor richtungsweisenden Zeiten. Flughäfen und Airlines sind mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert und müssen zentrale Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Beschäftigung in der Branche beantworten.

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CAPHENIA Anlage
Foto: CAPHENIA GmbH

Frankfurt am Main nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein: Mit dem größten Flughafen Deutschlands und seiner zentralen Lage in Europa ist der Standort in besonderem Maße von internationalen Marktbedingungen abhängig. Mehr als 115 Airlines sorgen für ein dichtes Netz an Direktverbindungen in nahezu alle bedeutenden Wirtschaftsregionen der Welt. Diese Vernetzung ist zugleich von herausragender Bedeutung für den europäischen Cargo-Hub, da die Frachträume zahlreicher Passagiermaschinen Kapazitäten für zeitkritische Güter bereitstellen.

Im internationalen Wettbewerb steht Deutschland unter zunehmendem Druck, da insbesondere in den europäischen Nachbarländern Kosten und Gebühren für den Luftverkehr teilweise deutlich niedriger sind. Vor diesem Hintergrund bringt der Luftverkehrsgipfel Deutschland am 3. Februar 2026 im House of Logistics and Mobility (HOLM) am Frankfurter Flughafen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Ziel der Veranstaltung ist ein offener und kritischer Austausch über die Zukunft des deutschen Luftverkehrs im internationalen Kontext.  

Hochkarätig besetztes Programm mit internationalen Branchenvertretern 
Der vom Veranstalter unter der Marke „Aviation Event“ ausgerichtete Gipfel versammelt hochrangige Vertreter führender europäischer Flughäfen und Airlines. Im Programm vertreten sind unter anderem die Airports Zürich, Wien, Rom, Athen und Prag sowie die Fluggesellschaften Aeroitalia, Condor, EasyJet und Wizz Air. Ergänzt wird das Teilnehmerfeld durch den internationalen Branchenverband IATA.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung findet eine Abendveranstaltung in der Champions Bar des Marriott Hotels an der Messe Frankfurt statt. Beim gemeinsamen Networking bietet sich die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Luftfahrt ins Gespräch zu kommen.

Inhaltliche Impulse liefern dabei Peter Baumgartner, ehemaliger CEO von Etihad Airways, der aus seiner internationalen Managementerfahrung berichtet, sowie Marcel Pouchain Meyer, Marketingchef von Ryanair, der mit einem Ausblick auf aktuelle Markt- und Marketingstrategien Akzente setzt. 

Strahlkraft für gesamte Luftverkehrsbranche und E-Fuels aus Frankfurt 
In verschiedenen Panels und Diskussionsrunden werden zentrale Themen der Luftfahrtbranche behandelt – von der Zukunft des Arbeitsmarktes über die Sicherung internationaler Flugverbindungen bis hin zur Frage, wie ökologische Transformation und ökonomische Wettbewerbsfähigkeit miteinander in Einklang gebracht werden können. Weitere Schwerpunkte bilden politische und regulatorische Rahmenbedingungen, Investitionen in nachhaltige Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF), die Digitalisierung von Flughäfen sowie neue Modelle der internationalen Zusammenarbeit. Zu den Teilnehmern zählen unter anderem Stefan Schnorr, Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Manfred Pentz, Hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, sowie Stephanie Wüst, Dezernentin für Wirtschaft, Recht und Stadtmarketing der Stadt Frankfurt am Main.

Ein besonderer Programmpunkt zum Thema nachhaltige Kraftstoffe ist ein Field Trip am Folgetag zum Unternehmen Caphenia im Industriepark Höchst. Dort soll in Kürze auf Basis von Biogas hergestelltes E-Fuel für die Luftfahrt produziert werden.

Die Frankfurter Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst betont: „Deutschland braucht jetzt eine offene Debatte darüber, wie wir Arbeitsplätze sichern, unsere Flughäfen im internationalen Wettbewerb positionieren und die Transformation der Branche ökonomisch als auch ökologisch gestalten. Ohne entschlossenes Handeln riskieren wir, den Anschluss an Europa zu verlieren – mit gravierenden Folgen für Konnektivität, Tourismus und Wertschöpfung. Die Luftfahrt ist auch wirtschaftlich, infrastrukturell und arbeitsmarktpolitisch ein zentraler Standortfaktor für die gesamte Rhein-Main-Region. Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren wir an internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Messe, Finanzplatz, Internationalität: Frankfurt ist so erfolgreich, weil wir vom Flughafen profitieren. Zahlreiche Unternehmen kommen nach Frankfurt oder bleiben hier, weil Waren schnell und planbar international umgeschlagen werden. Gleichzeitig entsteht am Standort Innovation und zukunftsfähige Technologien. Der Luftverkehrsgipfel bietet genau den Raum, den wir brauchen, um gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eine Zukunftsstrategie für die Luftfahrt in Deutschland zu entwickeln.“  

Deutsche Luftfahrtbranche erholt sich nur langsam 
Der Luftverkehrsgipfel Deutschland findet damit zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt, denn die aktuelle Lage der Branche ist weiterhin angespannt. Große Fluggesellschaften haben teilweise umfangreiche Stellenreduzierungen angekündigt, was die strukturellen Herausforderungen des Luftverkehrs unterstreicht. Eine vergleichbare Entwicklung zeigt sich auch bei den Passagierzahlen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nutzten im Jahr 2024 rund 105 Millionen Passagiere den deutschen Luftverkehr für Abflüge – etwa 15 Prozent weniger als 2019, dem letzten Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Im europäischen Vergleich fällt die Entwicklung deutlich schwächer aus: Laut Eurocontrol erreichte der europäische Luftverkehr 2024 rund 96 Prozent des Verkehrsvolumens von 2019. Besonders Südeuropa verzeichnete dabei überdurchschnittliche Zuwächse, insbesondere an Standorten wie Madrid, Rom oder Athen, während Deutschland hinter dieser Entwicklung zurückblieb.

Auch der wichtigste deutsche Luftverkehrsstandort Frankfurt am Main zeigt zwar eine Erholung, liegt jedoch weiterhin unter dem Vorkrisenniveau. Im Jahr 2025 wurden am Flughafen Frankfurt rund 63,2 Millionen Passagiere gezählt – ein Anstieg von 2,6 Prozent gegenüber 2024, jedoch noch deutlich unter dem Rekordwert von 70,6 Millionen Passagieren im Jahr 2019. Diese Zahlen verdeutlichen: Die Erholung des Luftverkehrs ist spürbar, doch der Weg zurück zur früheren Stärke bleibt herausfordernd.

Bernhard Grieb, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt: „Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich: Deutschland steht mit dem europäischen Luftverkehr in einem hoch wettbewerblichen Marktumfeld. Metropolen wie Madrid, Rom oder Amsterdam haben das Vor-Corona-Niveau bereits überholt, während in Deutschland die Passagierzahlen dieses Niveau noch nicht wieder erreicht haben. Das betrifft nicht nur Airlines und Flughäfen, sondern auch die gesamte regionale Wirtschaft. Mit dem Luftverkehrsgipfel wollen wir Impulse setzen – für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen in Innovationen und eine klare politische Agenda zur Stärkung des Luftfahrtstandorts Frankfurt am Main.“ Die Wirtschaftsförderung Frankfurt unterstützt den Luftfahrtgipfel im Rahmen Ihres Auftrags als Tochtergesellschaft der Stadt Frankfurt am Main und als Mittlerin zwischen Wirtschaft und Politik.

Weitere Informationen, die Programmübersicht und kostenfreie Akkreditierungsmöglichkeiten finden sich hier.

Wirtschaftsförderung Frankfurt ‑ www.frankfurt-business.net