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Zu hoher Ruhepuls als Warnsignal

Was normal ist und wie man den Puls misst

Das Herz eines gesunden Erwachsenen schlägt durchschnittlich 60 bis 80 Mal in der Minute. Was aber bedeutet es, wenn das Herz schneller oder langsamer schlägt? Und ab wann sollte man das medizinisch abklären lassen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Präsident der Interessenvertretung Patienten und Versicherte e.V. Bundesverband für Gesundheit und Soziales, Manfred Pfeiffer, im neuen Infobrief „Aufgepasst und Hergehört“ des Vereins.

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Der Präsident der Interessenvertretung Patienten und Versicherte e.V., Manfred Pfeiffer, erklärt alles Wichtige zum Thema Puls.
Foto: Privat

Dort heißt es: Der Puls gibt an, wie oft das Herz pro Minute schlägt. Der Ruhepuls beschreibt dabei die Herzschläge in einem entspannten Zustand – also dann, wenn Körper und Geist zur Ruhe gekommen sind. Er zeigt, wie effizient das Herz arbeitet, um den Körper mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. „Sie können Ihren Ruhepuls leicht und ohne Technik oder viel Aufwand selbst messen. Alles, was Sie brauchen, sind ein wenig Muße und eine Uhr mit Sekundenzeiger“, schreibt Peiffer.

Und so geht's: „Puls an der Innenseite des Handgelenks suchen. Legen Sie dazu einfach zwei oder drei Finger auf die Ader. Beginnen Sie zu zählen, sobald Sie das Pumpen der Arterie spüren. Nach 30 Sekunden rechnen Sie die Anzahl der Schläge auf eine Minute hoch und schon kennen Sie Ihren Ruhepuls.“ Übrigens: Medizinisch korrekt handelt es sich beim Puls um die Druckwelle, die entsteht, wenn das Blut durch den Körper gepumpt wird und an die Arterienwände gedrückt wird.

Welcher Ruhepuls ist normal?

Für den Ruhepuls gelten unterschiedliche Werte als normal, je nach dem wie alt man ist.

Altersgruppe                         Normaler Ruhepuls (Schläge pro Minute)

Kleinkinder (bis 3 Jahre)     100 bis 120

Kinder und Jugendliche      80 bis 100

Erwachsene                           60 bis 80

Zwischen Männern und Frauen gibt es beim Ruhepuls einen leichten Unterschied. Bei Frauen schlägt das Herz ein bisschen schneller als bei Männern. Untersuchungen zufolge sind es im Durchschnitt drei Schläge mehr in der Minute.

Wann ist der Puls zu hoch?

Bestimmte Medikamente und Erkrankungen wie zum Beispiel Fieber können den Puls zwischenzeitlich nach oben gehen lassen. Das ist in der Regel unbedenklich. Liegt der Ruhepuls bei Erwachsenen allerdings dauerhaft und ohne körperliche Anstrengung bei über 100 Schlägen pro Minute, rät die Deutsche Herzstiftung, dies mit einem Arzt zu besprechen. Ein zu hoher Puls kann auch ein Warnsignal für Herzrhythmusstörungen oder andere Herzkrankheiten sein. Die Ursache für eine solches Herzrasen (Tachykardie), das oftmals mit Schwindel, Unruhe und Druck auf der Brust verbunden ist, sollte deshalb dringend abgeklärt werden. So ist beispielsweise das sogenannte Vorhofflimmern zwar nicht akut lebensbedrohlich, es führt jedoch dazu, dass sich vermehrt Blutgerinnsel bilden, die einen frühzeitigen Schlaganfall auslösen können.

Niedriger Ruhepuls meist unbedenklich

Bei Menschen, die keinen intensiven Ausdauersport betreiben, gilt ein Puls unter 50-60 als verlangsamt (bradykard). Insbesondere bei gut trainierten Menschen ist ein niedriger Puls oft unbedenklich. Sollte dieser Zustand jedoch über einen längeren

Wie kann ich meinen Ruhepuls senken?

Grundsätzlich gilt für den Ruhepuls: Ein gesunder Lebensstil hilft, den Ruhepuls zu senken oder in einen normalen Bereich zu bringen. Dazu gehören ein gesunden Maß an Bewegung, eine ausgewogenen Ernährung und ausreichend Schlaf sowie Entspannung.

Sport ist gut für den Puls

Eine der häufigsten Ursachen für einen zu hohen Ruhepuls ist mangelnde Bewegung. Bei Menschen, die den ganzen Tag sitzen, lieber den Fahrstuhl als die Treppe nutzen oder auch für kurze Strecken das Auto nehmen, erhöht sich nachweislich das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren deshalb, sich in der Woche mindestens 2,5 Stunden moderat oder 75 Minuten intensiv zu bewegen. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie beispielsweise Wandern, Nordic Walking, Schwimmen, Fahrradfahren oder Langlauf. 

Puls während des Trainings - so hoch darf er sein

„Übertreiben Sie es am Anfang nicht beim Training und lassen Sie es eher langsam angehen“, mahnt der Präsident der Patientenvertretung. „Denn auch wenn das Herz beim Sport schneller schlägt und der Puls ansteigt, gibt es auch hier gesunde Grenzwerte. Als Faustformel gilt, dass bei gesunden Menschen ein Puls von 220 minus Lebensalter bei körperlicher Aktivität nicht überschritten werden sollte“, schreibt Pfeiffer. „Besonders negativ wirkt sich Stress auf unseren Ruhepuls aus und treibt diesen in die Höhe. Ist die Anspannung vorbei, normalisiert sich grundsätzlich auch der Herzschlag wieder und der Puls sinkt.“