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Zinswende macht Bausparen wieder attraktiv

LBS Hessen-Thüringen steigert Neugeschäft 2022 um 45 Prozent

Vor dem Hintergrund kräftig gestiegener Baufinanzierungszinsen hat man das Bausparen wiederentdeckt: In 2022 wurden bei der LBS Hessen-Thüringen 41.606 neue Bausparverträge mit einem Volumen von 2,7 Milliarden Euro abgeschlossen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Plus von 21 Prozent bei der Zahl der Verträge und einem Plus von 45 Prozent bei der Bausparsumme.
Es referierten (v.l.n.r.): Stephen Adam, Sabine König (beide Geschäftsleiter LBS); Frank Nickel, VS-Mitglied  der Helaba
Es referierten (v.l.n.r.): Stephen Adam, Sabine König (beide Geschäftsleiter LBS); Frank Nickel, VS-Mitglied der Helaba
Foto: Karl-Heinz Stier
Brutto-Neugeschäft von 2018 – 2022 an Bausparsummen
Brutto-Neugeschäft von 2018 – 2022 an Bausparsummen
Foto: Karl-Heinz Stier
Politisches Ziel der Bundesregierung von 400 000 Wohnungsfertigstellungen nicht erreicht  (nur etwa 230 000)
Politisches Ziel der Bundesregierung von 400 000 Wohnungsfertigstellungen nicht erreicht (nur etwa 230 000)
Foto: Karl-Heinz Stier

Das Betriebsergebnis liegt mit annähernd 12 Mio. Euro deutlich über den Erwartungen.

Der Grund für den Boom liege auf der Hand, sagt LBS-Geschäftsleiter Stephen Adam: „Bauherren und Käufer wollen ihre Immobilienfinanzierung bestmöglich vor dem Risiko steigender Zinsen absichern.“ Eine sichere Eigenkapitalbildung und niedrig verzinste Darlehen – das sei die Kernidee des Bausparens, die jetzt wieder verstärkt wahrgenommen wird. Mit den sich steil nach oben bewegenden Zinsen werden auch Bauspardarlehen zugeteilter Bausparverträge wieder attraktiv, die in den Jahren zuvor oftmals nicht abgerufen wurden. So stiegen die Bauspardarlehenszusagen im Jahresverlauf 2022 deutlich an.

Auch immer mehr Kommunen steigen ins Bausparen ein. Steigende Darlehenszinsen belasten auch die Kassen der Städte und Gemeinden. Deshalb hat das Geschäft der LBS auch mit Kommunen und kommunalen Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 deutlich angezogen. „Sie können über Bausparverträge unterschiedliche Vorhaben finanzieren: Vom Bau von Wohnungen und Kindergärten über Schulen bis zur Erschließung von Baugebieten“, so Stephen Adam.

Da die Rahmenbedingungen für den deutschen Wohnungsbau deutlich ungünstiger geworden sind, sei das Ziel der deutschen Bundesregierung, jährlich 400.000 Wohnungen neu zu bauen, nicht einzuhalten, sagt Frank Nickel, für die LBS zuständiges Vorstandsmitglied der Helaba: „Die Baukosten sind explodiert und lagen Ende 2022 um 16,4 % über dem Vorjahresniveau.“ Um den anhaltenden Bedarf an Wohnraum und Sanierung annähernd decken zu können, müssten zudem bürokratische Hindernisse abgebaut werden.

Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein. Ein Ziel, das ohne die Verbesserung des Gebäudebestands nicht erreicht werden kann, wie LBS-Geschäftsleiterin Sabine König erläutert: „Über 30 Millionen Wohnungen in Deutschland sind älter als 30 Jahre. Dies erfordert in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen.“ Diese zahlen sich allerdings auch aus: Eigentümer könnten so den Wert ihrer Immobilie erhalten und zugleich erhebliche Energiekosten sparen. Für die Umsetzung der Maßnahmen steht mit dem Bauspardarlehen ein ideales Produkt zur Verfügung. Die LBS Hessen-Thüringen gewährt zudem einen Zinsrabatt von bis zu 0,4 % auf Finanzierungen für nachhaltige bzw. energetische Modernisierungen.