Zazaische Klangwelten im Theater Rüsselsheim
Im Rahmen der bundesweiten Interkulturellen Woche bringt der international gefeierte kurdische Musiker Ostad Mikaîl Aslan am Donnerstag, den 25. September, mit seinem Ensemble faszinierende zazaische Klangwelten auf die Bühne des Theater Rüsselsheim. In seinem Programm „The Miracle of Euphrates“ verbindet Aslan klassische Elemente mit den musikalischen Traditionen einst verfeindeter Völker – ein eindrucksvolles Plädoyer für Frieden und kulturelle Verständigung.
Das Konzert widmet sich der reichen Tradition der zazaischen Musik, deren Wurzeln vielfältige kulturelle Bezüge zur alevitischen, armenischen, persischen und türkischen Musikkultur offenbaren. Ostad Mikaîl Aslan schöpft dabei aus dem musikalischen Erbe seiner Heimat Dersim, der Region an den Quellen des Euphrat. Er steht für eine Musik, die Brücken schlägt und die verbindenden Elemente unterschiedlicher Kulturen hörbar macht.
Zazaki-Kurdish World Music
Ostad Mikaîl Aslan stammt von einer alevitischen Familie aus Dersim und zählt zu den bekanntesten kurdischen Musikern. Durch Auftritte im Rundfunk, unter anderem bei SWR, WDR und BR, ist er auch in Deutschland einem breiteren Publikum bekannt geworden.
Aslan verbindet traditionelle Klänge mit Elementen aus Klassik, Folk und Jazz. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und dem Spiel auf der kurdischen Langhalslaute Tenbûr bleibt er dabei stets seiner Muttersprache Zazakî treu. Als Vertreter der ersten Generation kurdischer Künstler, die ihre Kultur offen pflegen, engagiert sich Aslan seit Jahren für den Erhalt und die Sichtbarkeit der zazaischen Musik.
Seit seiner Jugend beschäftigt sich Mikaîl Aslan mit der Musik seiner Heimat an der Quelle des Euphrat. In Deutschland studierte er europäische Klassik mit Hauptfach Gitarre und entwickelte parallel seine Spieltechnik auf der Tenbûr weiter. In seiner Musik verschmelzen die Einflüsse seiner Herkunft mit klassischen und modernen Elementen zu einer einzigartigen Klangsprache – ohne den mystischen und authentischen Charakter der Tradition zu verlieren.
Seine musikalische Laufbahn begann während seines Studiums in Malatya mit politischen Protestliedern – ein Engagement, das ihn 1994 zur Ausreise nach Deutschland zwang, da ihm wegen des „Singens in einer verbotenen Sprache“ Strafverfolgung drohte. Im Februar 2000 gründete er in Mainz gemeinsam mit Michael Weil und Dieter Schmalzried das Mikaîl Aslan Ensemble, dessen künstlerischer Schwerpunkt bis heute auf der zazaischen Musik liegt. Diese öffnet auf natürliche Weise den Raum für Verbindungen zur alevitischen, armenischen, persischen und türkischen Musikkultur. Durch die Integration von Folk-, Jazz- und Klassikelementen entstehen Klangwelten, in denen musikalische Traditionen von Völkern aufeinandertreffen, die bis heute politisch tief gespalten sind.
Mit zahlreichen Festivalauftritten, Konzerten und Aufzeichnungen für Fernsehen und Radio feiert das Ensemble Erfolge in Europa, Asien und Nordamerika. Mikaîl Aslan engagiert sich dabei weiterhin für ein friedliches Miteinander der verschiedenen politischen und musikalischen Kulturen.
Das Mikaîl Aslan Ensemble ist mit seinem Programm „The Miracle of Euphrates“ am Donnerstag, 25. September, um 20 Uhr im Großen Haus im Theater Rüsselsheim zu sehen. Dauer 120 Minuten inklusive Pause, Einlass ist ab 19 Uhr.
Tickets und Ermäßigungen sind online und in den Servicestellen von Kultur123 Stadt Rüsselsheim erhältlich. Eintritt 37,10 Euro pro Person.
Weitere Infos zur Vorstellung https://theater-ruesselsheim.reservix.de/p/reservix/event/2397111
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