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Letzte Aktualisierung: 05.05.2021

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Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Februar 2021 deutlich angestiegen

von Helmut Poppe

(03.05.2021) Gegenüber Februar 2020 hat sich die Zahl beantragter Verbraucherinsolvenzen im Februar 2021 um 47 Prozent erhöht. Für die Unternehmensinsolvenzen hingegen zeigen endgültige Ergebnisse für Februar 2021 sowie vorläufige Ergebnisse für März 2021 einen Rückgang im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreszeitraum.

Unternehmensinsolvenzen

Für den Monat Februar 2021 weist die monatliche Insolvenzstatistik 85 beantragte Insolvenzverfahren von Unternehmen in Hessen aus. Das entspricht einem Rückgang um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Februar 2020 hatte das Hessische Statistische Landesamt (HSL) noch 107 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet.

Von den 85 im Februar 2021 beantragten Unternehmensinsolvenzen eröffneten hessische Insolvenzgerichte 56 Verfahren und wiesen 29 mangels Masse ab. Die Summe der voraussichtlichen Forderungen belief sich dabei auf 33 Millionen Euro.

Für den März 2021 weisen die vorläufigen Ergebnisse zu Unternehmensinsolvenzen 104 beantragte Verfahren und damit ebenfalls einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat aus. Im März 2020 wurden noch 123 Verfahren beantragt. Die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen ist seit Juli 2020 niedriger als im jeweiligen Vorjahresmonat.

Verbraucherinsolvenzen

Bei den Verbraucherinsolvenzen hingegen zeigte sich im Februar 2021 ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mit 430 beantragten Verfahren nahm die Zahl um 47 Prozent gegenüber Februar 2020 zu. Von diesen 430 Verfahren eröffneten hessische Insolvenzgerichte 424 Verfahren während in 6 Fällen ein Schuldenbereinigungsplan angenommen wurde.

Die geringe Zahl an Verbraucherinsolvenzen im zweiten Halbjahr 2020 wies darauf hin, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher vor einer Antragsstellung die politische Entscheidung zu einer Verkürzung der Dauer bis zur Restschuldbefreiung von 6 auf 3 Jahre abwarteten. Bundestag und Bundesrat beschlossen die Verkürzung im Dezember 2020 rückwirkend zum 1. Oktober 2020. Während im Januar 2021 ein Nachholeffekt in Folge dieser gesetzlichen Änderung zunächst ausblieb (siehe Pressemitteilung 57/2021, könnten die Ergebnisse des Februar 2021 nun auf eine solche Entwicklung hindeuten.

Hinweise: Im Berichtszeitraum Februar 2021 waren durch die Corona-Pandemie betroffene Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht, von der Pflicht zur Insolvenzantragsstellung befreit.

Insolvenzverfahren werden mangels Masse abgewiesen, falls das Vermögen der Schuldnerin bzw. des Schuldners voraussichtlich nicht zur Deckung der Kosten des Insolvenzverfahrens ausreichen wird.

In einem Schuldenbereinigungsplan legt die Schuldnerin bzw. der Schuldner den Gläubigerinnen und Gläubigern ein Zahlungsangebot – und damit einen Vergleichsvorschlag – vor. Stimmen die Gläubigerinnen und Gläubiger mehrheitlich diesem Plan zu, kommt es nicht zu einem Insolvenzverfahren.

Eine Restschuldbefreiung ermöglicht einer Schuldnerin oder einem Schuldner nach Ablauf einer Wohlverhaltensperiode von den verbleibenden Insolvenzschulden befreit zu werden. Während der Wohlverhaltensperiode werden alle pfändbaren laufenden Bezüge an eine Treuhandschaft oder Insolvenzverwaltung abgetreten.

Methodische Anmerkungen: Die vorläufigen Ergebnisse zu den Unternehmensinsolvenzen für März 2021 basieren auf Daten, die das HSL zur Erfüllung europarechtlicher Lieferpflichten erstellt. Diese umfassen die vorläufige Anzahl an Unternehmensinsolvenzen nach Wirtschaftsabschnitten. Da diese Daten die endgültigen Ergebnisse tendenziell unterschätzen, werden sie um einen Korrekturfaktor ergänzt und somit vorläufige Ergebnisse zu den Unternehmensinsolvenzen ermittelt.