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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Worschtmichels Traum oder der König von Frankfort

Barock am Main mit neuer Aufführung

von Karl-Heinz Stier

(27.05.2022) Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause gibt es in diesem Jahr wieder „Barock am Main“ im Hof der Höchster Porzellan Manufaktur in der Palleskestraße 32 mit Michael Quast und seinem Ensemble. Rainer Dachselt hat eine Komödie in hessischer Mundart verfasst, die aus Motiven der Sammlung des dänischen Barockdichters Ludwig Holberg stammt. Die Aufführung heißt: „Worschmichels Traum oder der König von Frankfort“.

Michael Quast und Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig zeigen das neue Plakat der Aufführung in Barock am Main. Rechts Rainer Dachselt, der das Theaterstück in hessischer Mundart verfasste.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Der Inhalt kurz gefasst: Der ewige Metzgergeselle Michel hat ein trostloses Leben und eine zänkische Frau. Nur wenn er getrunken hat, träumt er von Macht und Größe. „Wenn ich König von Frankfurt wär, da dät sich mancher umgucke“, sagt er öfters. Als er im Suff auf einem Misthaufen einschläft, findet ihn ein Trupp Frankfurter Patrizier und hat dabei eine fiese Idee. So lässt er ihn am nächsten Morgen als Herrscher von Frankfurt aufwachen! - Und so geschieht es auch. Michel steckt plötzlich in vornehmen Kleidern und alle tun, was er sagt. Der Worschtmichel beginnt, nach seinem Gutdünken zu regieren, erst zum Vergnügen der Patrizier, dann zu ihrem Schrecken. „Dieser Kerl muss so schnell es geht zurück zu seinem Misthaufen“, beklagten sie. Doch was, wenn er nicht will? Das wird der Fortgang Barock am Main schließlich zeigen.

Es spielen Alexander J. Beck, Dominic Betz, Pirkko Cremer, Claudia Jacobacci, Ulrike Kinbach, Eric Lenke, Ulrich Sommer und in der Titelrolle Michael Quast.

Regie: Sarah Groß, Ausstattung: Anna-Sophia Biersch, Maske: Katja Reich, Technik: Daniel Groß.

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, die zur Prorammvorstellung zur Volksbühne im Großen Hirschgraben gekommen war, zeigt sich erfreut über die neuen Aktivitäten von Quasts Volksbühne und dabei die Mundart wieder in Frankfurt lebendig wird, zumal der Dialekt wieder generell eine Renaissance zu erleben scheine. „Barock am Main“ sei ein echter Geheimtipp für Gäste, die zugleich auch dabei Frankfurt entdecken wollen. „Ich hoffe, dass nach der zweijährigen Pause das Publikum wieder zurückkommt, um gemeinsam Besonderheiten und Eigentümlichkeiten einer Stadt zu erleben. Das braucht ein Gemeinwesen“.

Theaterleiter Quast von der Fliegenden Volksbühne FrankfurtRheinMain meint in diesem Zusammenhang: „Wir müssen die Bürger wieder ins Theater locken. Die Behauptung, dass Theater wichtig ist, muss stets neu erklärt werden. Wir stehen unter einem Rechtfertigungsruck“. Barock am Main verkörpere wahres Volkstheater, dieses Genre sei in der Innenstadt noch nicht so deutlich geworden.

Die Volksbühne hat die Eintrittspreise trotz höherer Aufwendungen nicht erhöht. Sie betragen in der 1.-3. Kategorie DI-DO 29 – 35 Euro, für die Premiere und FR-SO 30 – 38 Euro. Montags ist spielfrei.

Tickets gibt es unter (069)427262649 oder www.barock-am-main.com. Tischreservierungen unter www.barock-am-main.com/catering.

Premiere ist am Donnerstag, dem  21. Juli, um 20 Uhr. Die letzte Veranstaltung am Sonntag, dem 14. August, um 16 Uhr. Einlass auf dem Gelände jeweils 90 Minuten vor Vorstellungsbeginn.