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Letzte Aktualisierung: 24.05.2024

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Wohnbauprojekt in Kriftels Raiffeisenstraße

von Adolf Albus

(01.09.2023) Vor kurzem erst hatte die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (Gewobau) der Gemeinde Kriftel für das Bauvorhaben in der Raiffeisenstraße den Zukunftspreis des Großen Frankfurter Bogens erhalten. Hier entstehen 48 Sozialwohnungen in serieller Holzmodulbauweise, mit begrünten Dachflächen und einer Photovoltaikanlage.

Foto: Gemeinde Kriftel
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Auch Bauexpertinnen und Bauexperten, darunter Architekten und Vertretern von Verwaltungen und Wohnungsbaugesellschaften, hatten das Projekt im Rahmen des GFB-Bausymposiums angeschaut und sich beeindruckt gezeigt.

Vergangene Woche hatten nun auch Mitglieder des Gemeindevorstands und der gemeindlichen Gremien die Möglichkeit, sich mehrere Wohnungen verschiedener Größen und den Stand der Arbeiten in Ruhe anzuschauen. „Es handelt sich ja um eine große Baustelle auf der die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher gewährleistet sein muss“, so Erste Beigeordnete und Geschäftsführer der Gewobau, Franz Jirasek, zu den raren Besuchsterminen, die stets mit den anstehenden Arbeiten abgestimmt werden müssen.

Tag der offenen Tür geplant

Sie löcherten Jirasek sowie Architektin Christina Klose vom Architekturbüro Klose + Sticher (AKS), mit ihrem Vater Hubertus verantwortlich für Entwurf und Genehmigungsplanung, mit Fragen. Rundum kam das Projekt auch in dieser Runde gut an. Anfang dieser Woche fand zudem eine Führung mit Vertretern der Presse statt. „Wir werden noch einen weiteren Besichtigungstermin anbieten, für alle Interessierten Mandatsträgerinnen und Mandatsträger, die diesmal nicht dabei sein konnten“, so Jirasek. Und auch für die Bürgerinnen und Bürger soll es demnächst eine Art „Tag der offenen Tür“ geben.

Das Bauprojekt ist das bisher größte in der über 50-jährigen Geschichte der Krifteler Wohnungsbaugesellschaft. Modern ist das Projekt neben seinem nachhaltigen und klimafreundlichen Baustoff Holz auch aufgrund der nachhaltigen Ausstattung: Die Wärmeversorgung erfolgt über zentrale Luftwärmepumpenanlagen und mit Photovoltaikanlagen auf den begrünten Dachflächen wird Strom produziert, der neben der Versorgung der Wärmepumpen über ein Mieterstrommodell direkt von den Bewohnerinnen und Bewohnern verbraucht werden kann. Die AH Aktiv-Haus GmbH, Stuttgart, ist als „ARGE Wohnanlage Kriftel“ mit Wolff & Müller Hoch- und Industriebau GmbH und Co. KG, Stuttgart, verantwortlich für Ausführungsplanung und Baudurchführung.

Die Wohnungen selbst sind allesamt barrierefrei, sechs der 48 Wohneinheiten werden rollstuhlgerecht hergerichtet. Ein Aufzug, der jeweils die Gebäude A und B voneinander trennt, transportiert gehbehinderte Mietern sicher in den zweiten Stock. Auch die beiden dreigeschossigen Gebäude C und D wurden durch einen Aufzug und Laubengänge erschlossen. Von den 48 Pkw-Parkplätzen werden sechs zur Raiffeisenstraße angeordnete Parkplätze als Behindertenplätze hergestellt. Großzügige überdachte Flächen vor den Wohnungen bieten sich als Fahrradabstellplatz oder Treffpunkt an.

Für die Wohnungen haben sich bereits viele Interessenten gemeldet, es hat auch schon mehrere Besichtigungen gegeben. Für die künftigen Mieter stehen nach Abschluss der Arbeiten insgesamt fünf Ein-Zimmer-Wohnungen, sechs Zwei-Zimmer-Wohnungen, 21 Drei-Zimmer-Wohnungen, elf Vier-Zimmer-Wohnungen sowie fünf Fünf-Zimmer-Wohnungen bereit. 30 Wohnungen sind für Menschen mit geringem Einkommen (7,80 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter) und 18 Wohnungen für Mieter mit mittlerem Einkommen (9 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter). Jede Wohnung verfügt über eine Terrasse, Loggia, Dachterrasse oder einen Balkon.

Die Gesamtkosten des Vorzeigeprojekts belaufen sich auf 17,5 Millionen Euro. Das Vorhaben soll sich dabei größtenteils selbst tragen. Die Gewobau erhält Zuschüsse von Land und Bund von insgesamt 3,6 Millionen Euro, 6,7 Millionen Euro werden über öffentliche zinslose Darlehen von der Wibank finanziert. Kriftel selbst bürgt mittels Kommunalkredit mit 6,5 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Gewobau beträgt rund 700.000 Euro. „Vertraglich muss die ARGE die Wohnanlage einschließlich der Außenanlagen mängelfrei bis 31. Oktober 2023 übergeben; sonst drohen Vertragsstrafen“, so Franz Jirasek. Ab Dezember soll vermietet werden.