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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Wirtschaftsstab beschließt Positionspapier zur Stärkung der Innenstadt

von Ilse Romahn

(15.09.2020) In der 16. Sitzung des Wirtschaftstabes unter Leitung von Stadtrat Markus Frank am Freitag, 11. September, standen Maßnahmen zur Belebung der Frankfurter Innerstadt als Schwerpunkt auf der Tagesordnung.

Bereits in der vorigen Sitzung kristallisierte sich heraus, dass gerade auf der Zeil zwar wieder viele Menschen unterwegs sind, aber der Umsatz in den Geschäften noch immer um 60 Prozent rückläufig ist. Wenn die Besucherfrequenz der Zeil wieder bei 90 Prozent ist, das Umsatzvolumen aber weiterhin bei 60 Prozent liegt, nützt es offensichtlich nicht allein, die Zeil attraktiver zu machen.

„Natürlich können die Frankfurter die fehlenden Touristen und Geschäftsreisenden nicht ausgleichen“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann. Er fügt hinzu: „Aber das heißt nicht, dass uns die Hände gebunden sind. Wir können – und wir müssen – reagieren. Frankfurts Geschäfte brauchen unsere Hilfe.“

So könne eine Verknüpfung von Online- und stationärem Handel Synergien erzeugen, ergab die Debatte im Wirtschaftsstab. Ebenfalls Konsens: das urbane Stadterlebnis stärker als einen Wert an sich herausstellen – und mit einem Geschäfts-Mix jenseits des Mainstreams neue Kunden anlocken. Im Einzelhandel brauche es neue Konzepte, die nicht auf Masse, sondern auf Qualität ausgerichtet sind, lautet die einhellige Meinung.

Die Stadt könne diese Neuausrichtung unterstützen, „zum Beispiel mit einer App, die Einkäufe in der Innenstadt mit günstigeren Parkgebühren belohnt“, regt das Stadtoberhaupt an.

Zu einem urbanen Stadterlebnis trägt auch die kreative Frankfurter Gastronomie bei. Auf Anregung von IHK und DEHOGA wurde bereits in der letzten Sitzung gebeten, zu prüfen, ob die Außengastronomie möglichst lange in den Winter hinein ermöglicht werden kann, um der Gastronomie insgesamt zu helfen. Dieser Wunsch fand Niederschlag in einem Maßnahmenplan zur Stärkung der Frankfurter Innenstadt. Wirtschaftsdezernent Markus Frank, der sich bereits im letzten Wirtschaftsausschuss dafür ausgesprochen hatte, durch ermäßigte Parkgebühren dazu beizutragen, dass die Menschen wieder gern in die Innenstadt zum Einkaufen kommen, hatte auch mit seinen Magistratskollegen über Maßnahmen zur Stärkung der Innenstadt gesprochen.

So hat Verkehrsdezernent Klaus Oesterling zugesagt, die Genehmigung der Außengastronomie bis 30. April 2021 zu verlängern. „Die Möglichkeit zur unbürokratischen, gebührenfreien Erweiterung der Außengastronomie haben die Gastronomen als große Erleichterung empfunden, weshalb ich entschieden habe, die aktuelle Regelung fortzuführen. Gastronomen, die auch über den 30. April 2021 hinaus eine erweiterte Fläche nutzen wollen, können bereits jetzt Online-Anträge zur Erweiterung ihrer Außengastronomieflächen stellen.“ Ab dem 1. Mai würden dann jedoch wieder die regulären Sondernutzungsgebühren anfallen.

Planungsdezernent Mike Josef hat mit der Bauaufsicht über Erleichterungen für Wind- und Regenschutz für die Außengastronomie beraten und für Wirtschaftsgärten, die bereits baurechtlich genehmigt sind, und für Heizpilze grünes Licht gegeben. Der Betrieb von Heizpilzen und ähnlichem wird zeitlich befristet geduldet, wenn die brandschutztechnischen Voraussetzungen für einen gesicherten Betrieb gewährleistet sind. Inwieweit für Außengastronomie im öffentlichen Raum noch Möglichkeiten für Windschutz geschaffen werden können, wird im Detail weiter abgeklärt. „In ungewöhnlichen Umständen brauchen wir flexible Lösungen. So leisten wir unseren Beitrag, es den Gastronomen in diesen schwierigen Zeiten so einfach wie möglich zu machen. Dazu gehört auch, nun die Außensaison zu verlängern, solange dies nicht zu Beeinträchtigungen der Nachbarschaft führt. Daher dulden wir nun Dinge, die wir sonst nicht dulden würden“, sagt Josef. „Damit stärken wir auch die Frankfurter Innenstadt insgesamt.“

Ein Situationsbericht der verschiedenen Teilnehmer rundete den angeregten Austausch im Wirtschaftsstab ab. Es kann leider noch nicht Entwarnung gegeben werden, insbesondere auch weil auch die Corona-Infektionszahlen weiterhin schwanken. (ffm)