Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 23.10.2020

Werbung
Werbung

Wirtschaftsstab beschließt kurzfristigen Gastronomie-Gipfel

von Ilse Romahn

(13.10.2020) Die Teilnehmer des Wirtschaftsstabs haben in der 18. Sitzung mit der Gastronomie und der IHK zeitnah einen Krisengipfel Gastronomie vereinbart.

„Ziel ist, die verordneten Sperrstunden und Einschränkungen zu diskutieren und zu Entlastungen zu kommen. Maßnahmen müssen verständlich und zielführend sein und sollten nicht pauschal erlassen werden. Wir haben mit dem Pilotprojekt ‚Sommer Kulturgärten‘ ein erfolgreiches Beispiel geliefert, mit geordneten Konzepten sichere Plätze zu schaffen“, sagte Wirtschaftsdezernent Markus Frank.

Die Geschäftsführerin der DEHOGA, Kerstin Junghans, sagte, dass die über die Köpfe der Beteiligten hinweg verkündete Sperrstunde in diesen für das Gastgewerbe außerordentlich schwierigen Zeiten mit großem Entsetzen aufgenommen worden sei. Die damit einhergehenden Umsatzeinbrüche und deren existenzielle Folgen würden den Gastronomen unverschuldet aufgebürdet – zu einem Zeitpunkt, an dem viele Gastwirte trotz fehlender Einnahmen in den Schutz der Gasträume investierten, um einigermaßen über den Winter zu kommen. Diese Maßnahme sei in Anbetracht der aktuellen Situation mit den eingeführten Hygienekonzepten und neu eingebauten Luftfilteranlagen nicht verhältnismäßig. „Die Gastronomie ist nicht der Hotspot von Corona-Infektionen und es stehen Existenzen auf dem Spiel. Wir dürfen jetzt nicht den Betrieben unnötige Maßnahmen aufdrücken. Wir würden gerne unsere Expertise einbringen in Maßnahmen und Konzepte zur Eindämmung des Infektionsgeschehens “, erklärte Junghans. Die Geschäftsführerin erreichten nach Verkündigung der verordneten Maßnahmen viele Fragen, die nicht beantwortet werden könnten.

James Ardinast, der nach dem Ausscheiden von Eduard Singer aus dem Frankfurter DEHOGA-Vorstand in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender anwesend war, bestätigte, dass die im Sommer gefundenen Lösungen – wie die unbürokratische Erweiterung der Außengastronomie – geholfen haben, die Fixkosten abzumildern. Die Branchenvertreter DEHOGA und Initiative Gastronomie Frankfurt (IGF) hätten bereits vorausschauend Lösungen für den Herbst erarbeitet. Es gehe nicht nur um die Wirtschaftlichkeit des Betriebes, sondern auch um die Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die erlassene Sperrstunde verhindere, dass Reservierungen nach 21.30 Uhr nicht mehr angenommen werden könnten. Damit mache es keinen Sinn, den Betrieb zu öffnen, denn die Kosten können nicht mehr getragen werden und die Sorge vor der Winter-Saison sei groß.

IHK-Präsident Ulrich Caspar führte die Begründung der Sperrfrist anhand der Allgemeinverfügung auf: Demnach soll durch die Sperrstunde die Bewegung im öffentlichen Raum verringert werden, jedoch sei dies sehr pauschal und undifferenziert. Das Infektionsgeschehen müsse so gering wie möglich gehalten werden, vor allem in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen. In der Außengastronomie sei bisher kein einziger Corona-Fall bekannt. Wichtig seien gute Lüftungsanlagen sowie Zuluft- und Frischluftsysteme.

Stadtrat Frank betonte die gute Zusammenarbeit mit der DEHOGA, jedoch fehle der Austausch mit den Gesundheitsämtern. Daher soll mit Gesundheitsdezernent Stefan Majer ein Gastronomie-Gipfel auf den Weg gebracht werden. Zusammen mit Vertretern von Gesundheitsämtern, Virologen und Gastronomie sollen Fragestellungen, die es aktuell in der Gastronomie gibt, diskutiert und erörtert werden. Frank sagte: „Wir wollen sichere Räume schaffen, damit es auch in Zukunft noch Gastronomie gibt. Corona wird es noch länger geben und daher müssen die Gesundheitsleute und Gastronomen zusammenkommen und einen gemeinsamen Weg finden.“

Die DEHOGA befürwortet die Idee, so bald wie möglich ein Konzept zu erstellen, welche Maßnahmen für welche Infektionsstufe sinnvoll sind. Ein grobes Konzept für die Zukunft gebe Planungssicherheit. (ffm)