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Letzte Aktualisierung: 23.02.2024

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Wirtschaftsförderung in Kriftel

Kriftel Spaces trifft den Trend - vor Ort arbeiten, Zeit und Geld sparen

von Adolf Albus

(26.01.2024) Coworking ist ein Megatrend. Wörtlich übersetzt heißt es “nebeneinander arbeiten“ oder „zusammenarbeiten“. Als Konzept trat es erstmals in den USA auf. Coworking findet zumeist in sogenannten „Coworking Spaces“ statt, von denen der erste 2005 in San Francisco eröffnet hat.

Foto: Gemeinde Kriftel
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„Zu Beginn als reines Phänomen in Großstädten und Metropolen zu beobachten, hat sich das Konzept mittlerweile weltweit sowohl als neue Arbeitsform im Sinne der Arbeit 4.0 als auch als Instrument der Regionalentwicklung etablieren können“, heißt es auf der Webseite des Bundesverbandes Coworking Spaces.

Auch in Kriftel gibt es seit Anfang 2020 im ehemaligen Ärztehaus in der Taunusstraße „Kriftel Spaces“. „Meine Büros und Arbeitsplätze sind ausgebucht“, freut sich Inhaberin Antje Mertig. Denn nach der Umwandlung der Praxen in Wohnungen blieben die Räume des Augenoptikers und Augenarztes unrenoviert. „Da die Flächen im Erdgeschoss als Wohnungen nicht geeignet waren, kam die Idee auf, hier flexible Büroflächen für Selbstständige und junge Unternehmen zu schaffen“, so Mertig. Der Erste Beigeordnete Franz Jirasek besuchte sie jetzt im Rahmen seiner Tätigkeit als Wirtschaftsförderer der Gemeinde, um sich über ihre Erfahrungen zu informieren.

Alternative Arbeitsform

Neben dem klassischen Arbeitsplatz im Betrieb und dem eigenen Zuhause bieten Coworking Spaces eine alternative Möglichkeit des Arbeitens: Nutzer (Coworker) können aus verschiedenen Tarifen wählen, wann, wie häufig und wie lange sie den Space nutzen wollen und welche technischen und digitalen Dienste sie benötigen. Sieben voll ausgestattete Büros und ein ansprechender, gemeinschaftlicher Arbeitsbereich mit gemütlicher Sitzecke sind nach umfangreichen Renovierungen und Planungen in Kriftel entstanden. Diese stellt Antje Mertig monats-, tage- oder stundenweise zur Verfügung. Es gibt einen Meetingraum für bis zu acht Personen, den Selbstständige für Besprechungen mieten können, eine Küche sowie eine „Telefonzelle“ für vertrauliche Gespräche. Auch Schließ- sowie Postfächer sind vorhanden.

Der Vorteil: Sie selbst, im Hauptberuf Unternehmensberaterin, hat ihren Arbeitsplatz vor Ort und ist daher als Ansprechpartnerin jederzeit erreichbar. „Ich habe circa 30 Kundinnen und Kunden. Meine Büros sind fest vermietet, zum Teil schon seit Jahren - zum Beispiel an einen Rechtsanwalt und eine Firma, die Abrechnungen für Krankenkassen macht“, berichtet sie. Auch eine Baufirma und ein IT-Unternehmen nutzen ihre Arbeitsplätze regelmäßig. Dies ist rund um die Uhr mit einer App möglich. Über eine Expansion, also die Einrichtung eines weiteres Coworking Spaces in der Region, hat die Hofheimerin bereits nachgedacht.

„Vor Ort arbeiten – Zeit und Geld sparen“, das ist das Motto ihres modernen Unternehmens. „Einige Kunden kommen zu Fuß oder mit dem Rad“, sagt sie. Das ist stressfrei und umweltfreundlich. Parkplätze für Autos sind aber auch immer verfügbar. „Gegenüber dem Home-Office, wo man durch Familie und Hausarbeit abgelenkt ist, kann man hier ein paar Stunden konzentriert und ungestört arbeiten. Gleichzeitig ist es möglich, unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen kennenzulernen und ein Netzwerk aufzubauen“, betont Antje Mertig, die, wie Franz Jirasek lobt, als Mitglied der Vereinigung Krifteler Selbstständiger (VKS) auch Teil eines wichtiges Krifteler Netzwerkes ist.

Nicht zu verachten sei auch die finanzielle Flexibilität, so die Unternehmensberaterin: Ein Arbeitsplatz im Coworking Space ist viel günstiger als ein langfristig angemietetes Büro. „Büroausstattung und Infrastruktur sind da und es gibt keine lange Vertragsbindung“, macht sie deutlich.