WIR am Klingenborn
Grundstein für neue Wohnformen
Foto: Stadt Hofheim
„WIR am Klingenborn – Gemeinschaftliches Wohnen im Dr. Max Schulze-Kahleyss-Haus“ heißt das Projekt offiziell. Am Donnerstag, 27. September, war nun die Grundsteinlegung auf dem Grundstück Am Klingenborn 2 am Hofheimer Kapellenberg nahe der Altstadt.
„Projekte dieser Art sind die Zukunft und es freut mich sehr, dass wir in Hofheim mit an dieser Zukunft arbeiten“, sagt Bürgermeisterin und HWB-Aufsichtsratsvorsitzende Gisela Stang. „Denn beim Bau von Wohnungen geht es nicht lediglich um die reine Anzahl der Einheiten.“ Neue Wohnformen böten die Chance auf ein gutes Zusammenleben unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen. Dabei gelte es Antworten zu finden auf Fragen einer älter werdenden Gesellschaft und auf Fragen der Integration. HWB-Geschäftsführer Norman Diehl ergänzt: „Wir vermieten an Menschen, die Interesse haben generationenübergreifend und gemeinsam zu leben, tolerant und offen gegenüber anderen Menschen und Kulturen sind und sich in die Gemeinschaft einbringen möchten.“
41 Wohneinheiten werden auf dem 3300 Quadratmeter großen Grundstück entstehen. Zu den 32 Wohnungen mit einem bis fünf Zimmern kommt die Demenz-Wohngemeinschaft mit neun Wohneinheiten hinzu. Von den 2076 Quadratmetern der Wohnungen sind 976 gefördert. Die Wohngemeinschaft wird 250 Quadratmeter Platz haben. 161 Quadratmeter Gemeinschaftsflächen runden das Raumangebot ab. Die HWB plant mit Kosten in Höhe von 7,2 Millionen Euro. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit dem FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e.V., Bundesvereinigung.
Im seniorengerechten Wohnen stehen insgesamt 18 der 32 Wohnungen zur Verfügung. Die Wohnungsgrößen variieren von 50 bis 77 Quadratmetern. Alle Wohnungen sind barrierefrei zugänglich, das heißt, um die Wohnungstür zu erreichen, müssen keine Treppen oder andere Barrieren überwunden werden. Drei Wohnungen sind zudem rollstuhlgerecht. Das Zusammenleben steht Am Klingenborn in einem besonderen Fokus, für gemeinsame Aktivitäten steht deshalb ein Gemeinschaftsraum mit Küche zur Verfügung.
Für das Mehrgenerationenwohnen gibt es insgesamt 14 Wohnungen. Diese Wohnungen sind für die Mitglieder des Vereins NAHbarschaft e. V. vorgesehen. Jedes Mitglied bezieht eine eigene Wohnung, die Freizeit möchte man hier jedoch häufiger auch mal zusammen gestalten. Wer das gemeinsame Miteinander schätzt, mit seinen Nachbarn lieber freundschaftlich als anonym zusammenlebt und bereit ist, sich in der Gemeinschaft einzubringen, kann sich direkt an den Verein wenden (Kontaktdaten unter diesem Text).
Neun Mieter können in die Demenz-Wohngemeinschaft im Erdgeschoss einziehen. Jeder Mieter verfügt über einen Individualbereich und teilt sich mit den anderen Mietern Gemeinschaftsräumlichkeiten. Die 24-stündige Versorgung ist über einen Pflegedienst gesichert. Der Alltag wird zusammen gestaltet und orientiert sich an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Mieter. Die Wohngemeinschaft ist eine klassische Alternative zu einem Altenheim. Hier lässt sich ein würdevoller angenehmer Lebensabend mit viel Individualität verwirklichen.
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