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WIR – ein Wort und Programm

Schauspiel Frankfurt mit neuem Intendanten

Mit einem Programm, das neue und programmatische Akzente für 2017/18 und darüber hinaus setzt, starten Intendant und Geschäftsführer Anselm Weber und Marion Tiedtke, stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin, in ihre erste Spielzeit des Frankfurter Schauspielhauses. Die Pläne der beiden umfassen 31 Stücktitel, vier internationale Regisseure und sechs Auftragswerke, einem Ensemble mit 28 Schauspielern und unterschiedlichen Partnern der Mainmetropole.

Mit ihrem künstlerischen Konzept und die Auswahl der Stücke wollen sie die Grenzen unseres Zusammenlebens ausloten und sich mit den Rechten, Regeln und Werten in unserer Gesellschaft auseinandersetzen. Es heißt: WIR –  verschiedenen Sprachen sind auf dem umfangreichen Spielzeitmagazin auf der Titelseite gedruckt. Sie ergeben mit einem Wort das Motto der Spielzeit, ein Verweis auf die 178 Nationen, die in Frankfurt leben. Die Themen um das WIR überschreiben nicht nur das Programm der kommenden Saison, sondern reichen auch in die darauf folgenden Spielzeiten hinein. Es sind Projekte, die mit den Stichworten Vernetzung, Internationalität, Partizipation und Integration zu beschreiben sind. WIR benennt darüber hinaus nicht nur das neue Ensemble, sondern auch die Stadt Frankfurt, „die wir in den kommenden Jahren mit unserer Arbeit entdecken möchten: was macht das Herz der Stadt aus. Grundsätze und Werte haben wir alle, aber welche?“.

Der Spielplan startet mit den beiden Eröffnungspremieren Richard III (28. September) und Woyzeck (30. September). In beiden Stücken werden die Menschen gegenüber der Gesellschaft in radikaler Vereinzelung gezeigt, es wird einfach über Gesetze hinweggegangen. Weitere Aufführungen: Rose Bernd (14. Oktober), Transit Sibirien (1. Dezember), das Schloss (13. Januar 2018, Romeo und Julia (19. Januar) und Emilia Galotti (13. April 2018).

Ein weiterer Neubeginn für die Intendanz ist die Vernetzung des Schauspiels mit Partnern der Stadt wie der Oper, dem Künstlerhaus Mousonturm, dem Literaturhaus und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Hier sind Zusammenarbeitsformen auf drei Jahre angelegt.

In den Kammerspielen werden die Zeitgenossen erkundet. Fünf Autoren sind eingeladen, neue Stücke zu schreiben, deren Texte den Nerv unserer jetzigen Lebenswelt treffen. Alle diese verschiedenen Theaterkünstler haben gemeinsam den festen Glauben an die spielerische Kraft des Theaters und die tragikomische Seite des Lebens. Alle arbeiten zum ersten Mal am Schauspiel Frankfurt.

Auf die Bühne des Bockenheimer Depots werden vor allem internationale Gäste eingeladen. Was das Jugendtheater angeht, so wird 220 Jugendlichen über drei Jahre die Möglichkeit gegeben, Modelle des Zusammenlebens in drei Stadtteilen zu befragen und zu entwerfen. Die jungen Menschen sollen damit unter dem Stichwort „All OUR Futures“ an die aktive Teilnahme und Gestaltung der Gesellschaft sowie an das Theater herangeführt werden.

Die neue Saison wird mit einem großen Theaterfest am 17. Septmber begonnen. Das Haus ist zusammen mit der Oper für einen ganzen Tag geöffnet. Dabei wird den Besuchern die Gelegenheit gegeben, das neue Ensemble – die Hälfte davon kommt neu nach Frankfurt - und die Abteilungen des Hauses in einem vielfältigen Programm kennenzulernen.