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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Wie politisch ist die Kunst?

Dreiteilige Gesprächsreihe im Städel Museum

von Ilse Romahn

(16.05.2022) Wie in einer Nahaufnahme widmet sich der Kunst- und Vermittlungsraum Close up in der Sammlung Gegenwartskunst im Städel Museum derzeit dem Themenschwerpunkt Kunst & Politik. Im Mai und Juni wird Close up erstmals zur Bühne für einen lebhaften Austausch: Bei der dreiteiligen Gesprächsreihe „Close up talks: Wie politisch ist die Kunst?“ sind die Besucher dazu eingeladen, sich jeweils einem der ausgestellten Werke zu nähern.

Logo Städel Museum
Foto: Städel Museum
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Der Moderator und Philosoph Michel Friedman spricht mit den jeweiligen Künstlern der Werke sowie weiteren Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen. Gemeinsam wird nach Fragen, Antworten und Meinungen gesucht, um sich dem Werk aus unterschiedlichen Perspektiven zu nähern: Wie gehen wir mit Bildern von Terror um? Welche Rolle kann die Malerei einnehmen? Wie verhält sich der Künstler zu seinem Werk?

Kunstwerke haben nicht nur einen ästhetischen Wert, sie sind auch immer eingebettet in politische und gesellschaftliche Kontexte: ein Spiegelbild der jeweiligen Lebensrealität. In den in Close up vorgestellten Arbeiten von Bettina Semmer (*1955), Armin Boehm (*1972) und Dierk Schmidt (*1965) und werden von der Künstlerin und den Künstlern konkrete politische und historische Ereignisse verarbeitet. Trotz der unterschiedlichen Ansätze haben sie eines gemeinsam: Sie verändern und erweitern die historische Vorlage. Damit sind sie mehr als nur stille Beobachter. Sie konfrontieren die Betrachter, machen Unsichtbares sichtbar und zeigen verschiedene Perspektiven auf. Ihre Malerei verlässt das Dokumentarische und entwickelt eigene Erzählweisen. Semmer, Boehm und Schmidt werden selbst zu aktiven Geschichtenschreibern. Mit den Mitteln der Kunst fordern sie – direkt oder indirekt – aktiv dazu auf, selbst Stellung zu beziehen.

„Bei den drei Veranstaltungen wird Close up in der Sammlung Gegenwartskunst zum Gesprächsraum. Jeder Termin rückt eines der Werke aus der Sammlung des Städel Museums in den Fokus. Die Besucher können nicht nur erleben, wie die Künstler selbst über ihr Werk vor Ort sprechen, sondern gewinnen auch eine zusätzliche Perspektive durch die Sicht eines externen Experten. Was sagt ein Philosoph zum Thema Ästhetisierung von Gewalt, wie reagiert eine Politikwissenschaftlerin auf Malerei, die einen Terrorangriff zeigt? Und wie blickt eine Medienwissenschaftlerin auf ein Werk, das ohne Bildvorlage ein konkretes Ereignis verarbeitet? Wir wollen gemeinsam diskutieren und verschiedenen Ansätzen bei der Betrachtung von Kunst Raum geben“, erläutern Anne Dribbisch, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Bildung und Vermittlung, und Svenja Grosser, stellvertretende Leitung der Sammlung Gegenwartskunst.

Die Termine von Close up Talks
Dienstag, 17. Mai 2022, 18.30 Uhr
Wie politisch ist die Kunst? Malerei als Zeitzeuge
Michel Friedman spricht mit der Künstlerin Bettina Semmer und der Politikwissenschaftlerin Saba-Nur Cheema

Donnerstag, 2. Juni 2022, 18.30 Uhr
Wie politisch ist die Kunst? Bildgewalten
Michel Friedman spricht mit dem Künstler Armin Boehm und dem Philosophen Lukas Germann

Dienstag, 14. Juni 2022, 18.30 Uhr
Wie politisch ist die Kunst? Geschichte(n) im Bild
Michel Friedman spricht mit dem Künstler Dierk Schmidt und der Medienwissenschaftlerin Caja Thimm

Im Livestream über Facebook und auf dem YouTube-Kanal des Städel Museums sind alle Interessierten eingeladen, den Gesprächen zu folgen und ihre eigenen Perspektiven einzubringen.

www.staedelmuseum.de