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Letzte Aktualisierung: 25.10.2021

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Werner Zengeler nach 43 Jahren in den Ruhestand verabschiedet

Das Hobby zum Beruf gemacht

von Adolf Albus

(04.10.2021) Am Donnerstag hatte er seinen letzten Arbeitstag und am heutigen 01. Oktober 2021 geht das Bad Sodener Feuerwehr-Urgestein Werner Zengeler offiziell in den wohlverdienten Ruhestand. Am vergangenen Mittwoch verabschiedete Bürgermeister Dr. Frank Blasch den Feuerwehrmann aus Leidenschaft im Rahmen einer kleinen Feierstunde.

Ein Geschenk von Bürgermeister Dr. Frank Blasch und Blumen von Personalrat Udo Gauf (rechts) gab es für den Ruheständler Werner Zengeler bei der Verabschiedung in den Ruhestand. Die besten Wünsche für die Zukunft überbrachten auch Sachgebietsleiter Thomas Thaut (links) und der Leiter des Fachbereichs Bauen und Entwickeln, Michael Serba (Mitte).
Foto: Stadt Bad Soden
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43 Jahre lang stand der gebürtige Sodener in den Diensten der Stadt, 15 Jahre davon zunächst als Mitarbeiter im Bauhof, bevor er sein Hobby offiziell zum Beruf machte und als hauptamtlicher Gerätewart im Bereich der Feuerwehr für das Tagesgeschäft – die Instandhaltung der Gerätschaften und Fahrzeuge und die Einsätze der Wehr – verantwortlich war. „Vielen Dank für das Engagement und die Leidenschaft während all der Jahre als städtischer Mitarbeiter. Die Arbeit der Feuerwehr ist für die Sicherheit der Stadt immens wichtig und alle unsere Feuerwehrleute tragen eine große Verantwortung. Sie haben diese Verantwortung immer angenommen und alle Aufgaben mit Ruhe und Übersicht gemeistert“, betonte Bürgermeister Dr. Blasch.

Fachbereichsleiter Bauen und Entwickeln Michael Serba schloss sich den guten Wünschen für die Zukunft an: „Ich habe große Hochachtung vor der Arbeit der Feuerwehr, die auch mit tragischen Erlebnissen umgehen muss. Dennoch haben wir Sie niemals schlecht gelaunt, dafür aber immer mit einem Lächeln im Gesicht erlebt.“

 

Emotionale Worte

Emotional wird der Abschied von den Kameradinnen und Kameraden, das wurde bei den Abschiedsworten von Sachgebietsleiter Thomas Thaut schon klar: „Wir blicken auf eine lange Liste an gemeinsamen Erlebnissen und Einsätzen zurück. Werner hat sich bei den Kollegen mit seinem Wissen, seiner Erfahrung und seinem ausgleichenden Wesen einen guten Namen gemacht, aber ab und an auch klare Worte gefunden, wo es nötig war!“

Auch Personalrat Udo Gauf lobte den ehemaligen Bauhofkollegen: „Als ich damals zur Stadt kam hieß es, `Wenn Sie was wissen wollen, gehen Sie zu Werner Zengeler!` Mit Dir gehen uns auch 43 Jahre an Wissen und Erfahrung verloren.“ 

Seit 1969 ist Werner Zengeler in der Feuerwehr aktiv. Seine schönste Erinnerung ist die Rettung eines dreijährigen Jungen, der auf dem Gelände der Alten Ziegelei in ein Drainagerohr gefallen war. „Wir haben rund vier Stunden lang Zentimeter für Zentimeter abgetragen, um den Jungen zu retten und ich werde nie vergessen, wie ich dann endlich mit der Hand den Arm des Jungen greifen und ihn rausziehen konnte!“ Weniger schön ist die Erinnerung an den Einsatz der Wehr Anfang der 2000er-Jahre: „Wir sind mit neun Mann rausgefahren und nur mit acht Mann zurückgekommen. Danach habe ich mit mir gerungen, ob ich den Beruf weiter ausüben kann.“ In der Gemeinschaft habe man sich damals aber gegenseitig wieder aufgerichtet und das Erlebte gemeinsam verarbeitet, um weitermachen zu können.

 

Sein Steckenpferd ist die Kettensäge

Nach den Plänen für den Ruhestand gefragt, war die Liste lang: Zeit haben fürs Motorradfahren und sich eine Dauerkarte für die Eintracht holen. In Haus und Garten gibt es außerdem immer viel zu tun, und hier wird das Lieblingswerkzeug des Feuerwehrmanns – die Kettensäge – sicher auch weiterhin zum Einsatz kommen. Und viel Urlaub machen: Am liebsten mit Ehefrau Petra die ganze Welt bereisen.

Der Feuerwehr wird Werner Zengeler aber natürlich erhalten bleiben. „Es war eine schöne Zeit – mit Höhen und Tiefen. Bis Anfang des nächsten Jahres werde ich noch aktiv bei Einsätzen dabei sein.“ Danach werde er sich in die Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr zurückziehen, denn: einmal Feuerwehrmann, immer Feuerwehrmann!