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„Wer hat die höheren Perücken?“

Frankfurt-Live stellte sich am 18. Juni die Frage „Wer hat die höheren Perücken?“ Die korrekten Weblinks, die zu den Veranstaltungsterminen von Barock am Main und der Dramatischen Bühne führen, finden Sie am Ende dieses Beitrages. Wir bitten um Verzeihung. Es lag wohl an der Hitze. Allen Leserinnen und Lesern kühle Momente!

Michael Quast - gut geschminkt
Michael Quast - gut geschminkt
Foto: Barock am Main
Dramatische Bühne im Gebüsch
Dramatische Bühne im Gebüsch
Foto: frankfurtlive/Poppe

Wie würde Michael Quast dazu sagen?: 

„Ei, ehrlich: Bei dir schmilzt net nur der Asphalt – do löst sich gleich der ganze Kalender uff! Heit is heit, morje is morje – nur bei dir isses alles e heiße Supp' durcheinanner!“

Ein barock‑heiterer Blick auf Molière, die Dramatische Bühne und Michael Quast

Wenn im Rhein‑Main‑Gebiet die Perücken wehen, die Reifröcke rauschen und die Schminke glänzt wie frisch polierte Hofsilberware, dann weiß man: Die Dramatische Bühne ist wieder unterwegs. Und dieses Jahr haben sie einen besonders prominenten Gast im Gepäck – Jean-Baptiste Poquelin, besser bekannt als Molière (1622–1673), französischer Dramatiker, Schauspieler, Theaterleiter und bis heute der Mann, der die menschlichen Schwächen so liebevoll zerlegt wie ein Konditor eine Mille-feuille.

Barocke Helden im Freien  
Die Truppe tourt derzeit durch das Rhein‑Main‑Gebiet und lädt zu kostenfreien Open-Air-Aufführungen ein – darunter auch die Szenen, die du in Eschborn eingefangen hast. Und wie immer gilt: Wo die Dramatische Bühne spielt, ist das Chaos nie weit.  

Ein besonders köstlicher Moment: Thorsten Morawietz, der mit seiner barocken Perücke an einem niedrig hängenden Ast hängen blieb. Ein Bild wie aus einem Molière-Stück selbst – der Mensch im Kampf mit der Natur, und die Natur gewinnt mit einem leisen ... Plopp.

Wer hat die prächtigsten Kostüme?  
Die Kostüme sind wie immer ein Fest:  
- Brokat, der schon von Weitem raschelt  
- Perücken, die vermutlich ein eigenes Innenleben haben  
- Schminke, die selbst Versailles erblassen ließe  

Und dann ist da Michael Quast, der Meister der barocken Bühnenkunst, der Mann, der Molière nicht nur spielt, sondern lebt. Quast hat das Timing, die Mimik und die Eleganz eines Hofnarren, der genau weiß, dass er eigentlich der Klügste im Raum ist. Seine Schminke sitzt – natürlich – perfekt. Selbst der Ast hätte sich nicht getraut, ihn festzuhalten.

Molière – der Mann hinter dem barocken Wahnsinn  
 
Geboren: 15. Januar 1622 in Paris  
Gestorben: 17. Februar 1673, ebenfalls in Paris  
Dramatiker, Schauspieler, Theaterdirektor, Satiriker – kurz: ein Ein-Mann-Feuerwerk der französischen Literatur  

Er schrieb Komödien, die eigentlich Tragödien sind, weil sie zeigen, wie komisch wir Menschen in unserer Eitelkeit, Gier und Selbstüberschätzung wirken. Und genau deshalb passen seine Stücke so wunderbar in die Gegenwart. 

Eine Übersicht der kommenden Auftritte beider Veranstalter finden Sie in den Links unten.

http://www.volksbuehne.net

https://www.barock-am-main.com

Und um die Frage nach den höheren Perücken zu beantworten: Quast spricht eindeutig das bessere Frankfordderisch, Morawietzs Gruppe ist höher perückt.