Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 20.05.2022

Werbung
Werbung

Weniger Erstsemester im Studienjahr 2021

von Helmut Poppe

(19.01.2022) Die hessischen Hochschulen haben für das Studienjahr 2021 insgesamt 10,3 Prozent weniger Studienanfängerinnen und -anfänger gemeldet.

Dabei ging die Zahl der deutschen Studierenden im ersten Semester um 14,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Zahl der ausländischen Erstsemester, die ihre Studienberechtigung im Ausland erworben haben, nahm im Vergleich zum Studienjahr 2020 hingegen zu: Sie stieg um 9,1 Prozent. Das absolute Niveau von 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, wurde allerdings nicht erreicht.

Im Studienjahr 2021 haben sich insgesamt rund 37 500 Studierende erstmals an hessischen Hochschulen eingeschrieben. Das waren 10,3 Prozent weniger als im Jahr 2020. Die Entwicklung der Zahlen war bei den einzelnen Studierendengruppen unterschiedlich. So gab es 4 800 (14,3 Prozent) weniger deutsche Erstsemester. Ihre Zahl ging auf 28 800 zurück. Weiterhin nahm die Zahl der sogenannten Bildungsinländerinnen und -inländer, den ausländischen Erstsemestern, die ihre Studienberechtigung in Deutschland erworben haben, ab: Im Jahr 2021 schrieben sich 1 500 Bildungsinländerinnen und -inländer erstmals an einer hessischen Hochschule ein. Das waren 3,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der Rückgang der Zahlen bei den erstimmatrikulierten Deutschen und Bildungsinländerinnen sowie -inländern ist zu einem großen Teil auf die Schulzeitverlängerung aufgrund der Rückkehr zu G9 an den hessischen allgemeinbildenden Gymnasien zurückzuführen. Dadurch ging die Zahl der Abiturientinnen und Abiturienten im Sommer 2021 deutlich zurück.

Wieder mehr ausländische Erstimmatrikulierte aus dem Ausland im Jahr 2021
Mit einem Anteil von 82,5 Prozent waren die meisten ausländischen Erstimmatrikulierten sogenannte Bildungsausländerinnen und -ausländer. Dabei handelt es sich um ausländische Erstsemester, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben. In dieser Studierendengruppe erhöhten sich die Zahlen an den hessischen Hochschulen. Es schrieben sich rund 7 100 Bildungsausländerinnen und -ausländer erstmals an einer hessischen Hochschule ein. Das waren 600 oder 9,1 Prozent mehr als 2020, dem Jahr als die Zahl der Studierenden aus dem Ausland aufgrund der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen war. Das absolute Niveau war 2021 allerdings immer noch niedriger als 2019. In dem Jahr vor Beginn der Pandemie zählten die hessischen Hochschulen rund 8 000 Bildungsausländerinnen und -ausländer.

Herkunft der Bildungsausländerinnen und -ausländer
Die Entwicklung der Zahlen bei den Erstsemestern aus den einzelnen Herkunftsländern seit 2019 war unterschiedlich. Mit 690 kamen die meisten Bildungsausländerinnen und ‑ausländer im ersten Semester aus Indien. Ihre Zahl ist seit 2019 um 190 gestiegen. Aus China, dem Land, das in der Vergangenheit die Rangliste anführte, schrieben sich 520 Auslandsstudierende erstmals ein. Damit ging ihre Zahl gegenüber 2019 um mehr als die Hälfte zurück (2019: 1 090 Studierende). Weiterhin immatrikulierten sich 410 Bildungsausländerinnen und -ausländer aus der Türkei erstmals an einer hessischen Hochschule. Das war ein Plus von mehr als einem Viertel gegenüber 2019 (320 Studierende). Die Zahl der Erstsemester aus den EU-Mitgliedstaaten hingegen erreichte 2021 fast wieder das Vorkrisenniveau von 2019: 1 260 der erstimmatrikulierten Bildungsausländerinnen und -ausländer kamen im Studienjahr 2021 aus einem anderen EU-Land (2019: 1 280 Studierende).

Hinweis:
Als Studienanfängerinnen und -anfänger bezeichnet man Studierende, die sich erstmals an einer hessischen Hochschule eingeschrieben haben und zuvor noch nicht an einer anderen deutschen Hochschule immatrikuliert waren. Zu dieser Gruppe gehören auch Geflüchtete, die in ihren Herkunftsländern ihre Studienberechtigung erworben haben. Sie können sich unabhängig vom Stand ihres Asylverfahrens immatrikulieren. Einige Bildungsausländerinnen und -ausländer unter den Erstsemestern haben schon Studienleistungen in ihrem Heimatland erbracht. Das Studienjahr 2021 umfasst die Erstimmatrikulierten im Sommersemester 2021 und im darauffolgenden Wintersemester 2021/22. (HZL)