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Was ist Tinnitus?

Eine Heilung ist nicht immer möglich

Tinnitus (Tinnitus aurium, Ohrensausen, Ohrenklingeln) sind Ohrgeräusche, die keine objektive äußere Ursache haben, sondern im Patienten selbst entstehen. Sie treten meist plötzlich auf. Die zugrunde liegenden organischen Ursachen sind sehr unterschiedlich. Es gibt viele mögliche Behandlungen, deren Erfolg oder Wirksamkeit aber nicht immer belegt ist. Die Behandlung ist in vielen Fällen schwierig, eine Heilung nicht immer möglich.

"Die Geräusche im Ohr sind zwar in der Regel ungefährlich, stellen aber oft eine große Belastung für Betroffene dar. Manchmal sind die Geräusche nur vorübergehend, in anderen Fällen bleiben sie aber auch lebenslang anhaltend. Einige Betroffene kommen gut damit zurecht, andere leiden sehr und entwickeln in der Folge körperliche und/oder psychische Probleme", schreibt dazu die Interessenvertretung Patienten und Versicherte Bundesverband für Gesundheit und Soziales in ihrem neuen Infoblatt "Aufgepasst und Hergehört". Sie bezieht sich auf das Gesundheitsportal  NetDoktor, eine Partnerorgansiation der Patientenvertretung.

Symptome bei Tinnitus

Weiter heißot es da: "Ohrensausen ist sehr verbreitet. Es äußert sich aber bei jedem Patienten unterschiedlich. So werden die Geräusche im Ohr beispielsweise als Brummen, Piepen, Summen, Rattern, Surren, Kreischen oder Rauschen beschrieben. Die Ohrgeräusche sind entweder gleichbleibend intensiv oder rhythmisch an- und abschwellend. In den allermeisten Fällen hören nur die Betroffenen selbst die Töne. Mediziner sprechen dann von einem subjektiven Tinnitus. Er beruht auf einer Täuschung des Hörorgans und lässt sich – im Gegensatz zum objektiven Tinnitus – nicht mittels spezieller Untersuchungen feststellen.

Mediziner teilen Tinnitus abhängig von der Belastung, die er für die Betroffenen darstellt, in vier Schweregrade ein:

Grad 1: Der Tinnitus ist gut kompensiert und stört den Betroffenen nicht.

Grad 2: Der Tinnitus ist weitgehend kompensiert, tritt aber bei Stille in Erscheinung und wirkt unter Stress und in anderen belastenden Situationen störend.

Grad 3: Die Tinnitus-Symptome sind eine anhaltende Belastung im Berufs- und Privatleben des Patienten. Sie verursachen Probleme im kognitiven, emotionalen und körperlichen Bereich. Die Patienten leiden beispielsweise unter Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen sowie Gefühlen von Hilflosigkeit und Resignation.

Grad 4: Die Dauerbelastungen durch den Tinnitus sind so massiv, dass die Lebensqualität der Betroffenen extrem beeinträchtigt ist. Die Patienten sind nicht in der Lage, ihren Beruf weiter auszuüben, ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück und leiden unter massiven psychischen Störungen wie Ängsten oder Depression.

Außerdem teilt man den Tinnitus nach der Dauer ein. So sprechen Mediziner bei einem Ohrgeräusch bis zu drei Monate nach dem ersten Auftreten von einem akuten Tinnitus. Bleibt das Problem länger als drei Monate bestehen, spricht man von einem chronischen Tinnitus.

Auswirkungen

Für einige Menschen bleibt der Tinnitus ein lebenslanger Begleiter. Der Leidensdruck ist dabei ganz unterschiedlich: Während manche das Piepen oder Brummen im Ohr kaum oder überhaupt nicht stört (kompensierter Tinnitus), bereitet es anderen großen Stress und schmälert ihre Lebensqualität erheblich. In extremen Fällen entwickeln die Betroffenen Angstzustände oder Depressionen. In schweren Fällen kommt es zu sozialer Isolation und Berufsunfähigkeit.

Sogenannte somatoforme Störungen sind mitunter ebenfalls eine Tinnitus-Folge. Darunter versteht man körperliche Beschwerden, die keine klare körperliche Ursache haben. Das sind zum Beispiel Müdigkeit, Erschöpfung, Herz-Kreislauf-Probleme, Magen-Darm-Beschwerden oder sexuelle Störungen.

(Wird  fortgesetzt)