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Letzte Aktualisierung: 13.04.2021

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Was brauchen Pflegebedürftige und Pflegende?

Studie erforscht, wie man von der Pandemie Betroffenen gezielt helfen kann

von Philipp Kressirer

(07.04.2021)  Nach über einem Jahr der weltweiten COVID-19 Pandemie steht fest, dass Pflegebedürftige, ihre pflegenden Angehörigen sowie ihre Pflegekräfte und Hausärzte besonders von der Erkrankung selbst, aber auch von den beschlossenen Maßnahmen betroffen sind. Aber washilft, um diese pflegebedürftigen Bürger körperlich und seelisch gut zu versorgen? Und was brauchen die Pflegekräfte, pflegenden Angehörigen und Hausärzte?

Klarheit soll der bayerische ambulante COVID-19-Monitor (ByCoM) bringen und wissenschaftlich seriöse Informationen bereitstellen. Beim BaCoM handelt es sich um eine interdisziplinäre Studie, die die psychischen, sozialen, klinischen und physiologischen Auswirkungen von COVID-19-Erkrankungen bei Pflegebedürftigen in der ambulanten und stationären Langzeitpflege untersucht. Für die Datenerhebung sollen rund 1.500 Menschen mit Pflegegraden von 1 bis 5 teilnehmen, die zuvor positiv auf eine Corona-Infektion getestet worden waren. Zudem ist eine Kontrollgruppe mit rund 500 Pflegebedürftigen geplant, die sich nicht mit SARS-CoV-2 infiziert haben. Gleichzeitig nimmt die Studie auch den Bedarf des pflegerischen Personals und der pflegenden Angehörigen in den Blick.

Neben dem Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sind die Katholische Stiftungshochschule München sowie die Universitätskliniken in Würzburg und Erlangen beteiligt. Die Studie läuft bis voraussichtlich Ende 2022. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege stellt dem interdisziplinären Team aus Pflegekräften, Hausärzten, Infektiologen und Soziologen dafür 3,4 Millionen Euro bereit.

Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek betonte: „Die Studie legt erstmals einen Schwerpunkt auf den Bereich der Langzeitpflege. Wir brauchen sie, um in diesem Bereich evidenzbasierte Erkenntnisse zu gewinnen. Dabei geht es uns vor allem um die Frage: Was brauchen Pflegebedürftige und Pflegende? Den Rückblick auf vergangene COVID-19-Erkrankungen wollen wir als Grundlage für Handlungsempfehlungen in der Langzeitpflege nutzen – auch für den Umgang mit künftigen Infektionsgeschehen.“

Der Minister ergänzte: „Unser besonderes Augenmerk richten wir dabei auf Menschen mit Demenz. Wir versprechen uns davon unter anderem Erkenntnisse, wie wir die demenzsensible Betreuung und Versorgung in einer Pandemiesituation noch weiter verbessern können.“

Der LMU-Allgemeinmediziner Prof. Jochen Gensichen erklärte: „Die meisten Pflegebedürftigen erleben und erleiden die Pandemie Zuhause, nicht wenige auch in Heimen. Politik und Wissenschaft wollen diesen Betroffenen gezielt helfen. Gemeinsam mit Pflegebedürftigen, Angehörigen, Pflegekräften und Hausärzten suchen wir im Rahmen unseres Projektes geeignete Wege aus der Pandemie.