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Letzte Aktualisierung: 06.04.2020

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Wanderer zwischen den Welten – Friedrich Hölderlin zum 250. Geburtstag

Hölderlin 2020 – Nachwirkungen in den zeitgenössischen Künsten

von Ilse Romahn

(14.02.2020) Am 20. März 2020 jährt sich der Geburtstag des Dichters Friedrich Hölderlin zum 250. Mal. Das Jubiläum wird bundesweit mit einer Vielzahl von Veranstaltungen gefeiert, die das Deutsche Literaturarchiv in Marbach koordiniert.

Hölderlin-Ausstellung im Museum Gotisches Haus
Foto: Norbert Miguletz
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Ausgehend von den Städten Bad Homburg und Frankfurt beteiligt sich auch das Rhein-Main-Gebiet an den Feierlichkeiten.

Das vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain initiierte Programm umfasst insgesamt rund 60 Veranstaltungen, viele davon in den beiden Hölderlin-Orten Bad Homburg und Frankfurt, aber auch die Städte Darmstadt, Hanau, Hofheim, Oestrich-Winkel, Offenbach und Wiesbaden tragen zum Hölderlin-Jubiläum bei.

Zu Bad Homburg und Frankfurt hatte Hölderlin eine besondere Beziehung: Zwischen 1798 und 1800 lief der knapp Dreißigjährige regelmäßig von Homburg nach Frankfurt, um seiner Geliebten Susette Gontard einen Brief zu bringen. Der Dichter verbrachte insgesamt knapp sechs Jahre in Frankfurt und dem damaligen Homburg, sie gehören zu den fruchtbarsten in seinem Schaffen. „Aufgabe des Kulturfonds ist es nicht nur, die Vernetzung und die Strahlkraft der Institutionen in der Region zu fördern, sondern auch, Themen für gemeinsame größere Projekte zu finden, die eine überregionale Bedeutung haben, aber in der Region verankert sind ", erläutert Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds.

Die Stadt Bad Homburg ist mit insgesamt rund 30 Veranstaltungen am Programm beteiligt, die sich rund um die Verleihung des Friedrich-Hölderlin-Preises am 7. Juni 2020 gruppieren. Darunter sind mehrere Ausstellungen, z.B. eine Medaillenausstellung im Gotischen Haus und auch eine Schau der Hölderlin-Orte in der Englischen Kirche. In der Filiale Louisenstraße wird in Kooperation mit der Taunus Sparkasse die Originalhandschrift des Gedichts „Patmos" zu sehen sein. Hölderlin hatte sie dem Landgrafen Friedrich V. Ludwig von Hessen-Homburg gewidmet.

Oberbürgermeister Alexander Hetjes freut sich über diese konzertierte Aktion: „Die Stadt Bad Homburg ist stolz, eine so große Anzahl von hochkarätigen Veranstaltungen anbieten zu können. Die Institutionen der Stadt zeigen damit ihr großes Potenzial und tragen dazu bei, den Dichter Friedrich Hölderlin einer größeren Öffentlichkeit präsent zu machen."

In Kooperation mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen werden eine Schrift-Installation in der Schlosskirche und eine Lichtinstallation im Schlosspark gezeigt. Ferner wird in Kooperation mit der Hölderlin-Stadt Lauffen am Neckar ein Hölderlin-Rockmusical in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Humboldt Gymnasiums aufgeführt werden.

Die verschiedenen Veranstaltungen sind in sieben inhaltliche Linien gegliedert. Im Fokus stehen die Nachwirkungen Hölderlins in den Künsten: „Die Programmkonzeption fußt auf dem Gedanken, dass jegliche künstlerische Beschäftigung mit Hölderlin und seinem Werk eine Lektüre darstellt, die einen bestimmten Deutungsansatz in den Vordergrund rückt", erläutert Dr. Julia Cloot, die als Kuratorin des Kulturfonds für das Gesamt-Programm verantwortlich ist. „Auf diese Weise konnten wir gemeinsam mit vielen Institutionen der Region ein zeitgemäßes, inhaltlich vielfältiges und teilweise interdisziplinäres Programm entwickeln."

Das Programm umfasst unter anderem einen von Mousonturm und Akira Takayama konzipierten Audiowalk für den Hölderlin-Pfad zwischen Bad Homburg und Frankfurt, die erste vollständige Aufführung des Zyklus‘ „Hölderlin lesen" von Hans Zender sowie eine Ausstellung mit buch- und schriftkünstlerischen Arbeiten im Klingspor Museum in Offenbach. Konzerte mit Werken aus Hölderlins Zeit und Auftragskompositionen in Bad Homburg, Hofheim und Offenbach sowie Lesungen mit und ohne Musik sind ebenfalls Teil des Programms. Ein Poetry Slam mit Dalibor Markovic in Darmstadt, ein von Prof. Dr. Achim Geisenhanslüke geleitetes wissenschaftliches Symposium in Bad Homburg, eine Ringvorlesung in Frankfurt sowie eine vom Kulturamt der Stadt Frankfurt in Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift konzipierte Hölderlin-Festwoche im September tragen ebenfalls zum Programm „Hölderlin 2020" bei.