Archiv-Kultur

Vortrag: Die Heilanstalt Hadamar und ihre Beteiligung an den ‚Euthanasie‘-Morden

Am Montag, 29. Januar, 18.30 Uhr, setzt der Leiter der Gedenkstätte Hadamar, Jan Erik Schulte, mit dem Beitrag „Die Tötungsanstalt Hadamar. Mordstätte der nationalsozialistischen ‚Euthanasie‘ 1941–1945“ den Vortragszyklus im Institut für Stadtgeschichte zur systematischen Ermordung von Menschen mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen im Dritten Reich fort. Sie begleitet die Präsentation des Denkmals der Grauen Busse, das auf dem Rathenauplatz noch bis Mai 2018 zu sehen ist.

In den Jahren 1939 bis 1945 wurden etwa 300.000 Männer, Frauen und Kinder im Rahmen des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms im damaligen deutschen Reichsgebiet, aber auch in den besetzten Gebieten Polens, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei ermordet. Sie lebten in Heil- und Pflegeanstalten, wurden in „Kinderfachabteilungen“ eingewiesen, waren zur Arbeit in Deutschland gezwungen oder wurden in den Konzentrationslagern als „lebensunwertes Leben“ aussortiert.

In seinem Vortrag stellt Schulte die Geschichte der Landesheilanstalt Hadamar vor, in der Ärzte und Pflegepersonal zwischen 1941 und 1945 rund 15.000 Menschen ermordeten. Die Vortragsreihe endet mit Peter Sandner, Wiesbaden. Er referiert am 23. April 2018 über die Verwaltung des Krankenmordes und die Rolle der Stadt Frankfurt.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Dormitorium des Karmeliterklosters, Münzgasse 9. Aktuelle Informationen gibt es unter http://www.stadtgeschichte-frankfurt.de und zum Begleitprogramm der Präsentation des „Denkmals der Grauen Busse“ unter http://www.die-grauen-busse-frankfurt.de .