Archiv-Nachrichten

Vorsicht bei Arzneitees für Kinder

Patientenvertreter erklärt Unterschied zu üblichen Sorten

Bauchschmerzen und Husten bei Kindern sind allen Eltern vertraut. Schnelle Hilfe ist gefragt, um die Symptome des Nachwuchses zu lindern. Arzneitees sind hier kleine Helfer für den Alltag. Der Vorsitzende der Interessenvertretung Patienten und Versicherte (IVPV) Bundesverband für Gesundheit und Soziales Manfred Pfeiffer rät im neuen Infobrief „Aufgepasst und Hergehört“ bei der Auswahl jedoch zur Vorsicht.

Er bezieht sich auf die Apothekerkammer Niedersachsen und erklärt: „Was aber unterscheidet Arzneitees denn nun von den alltäglichen Lebensmitteltees? Arzneitees durchlaufen strenge Kontrollen und dürfen nur so heißen, wenn sie den Qualitätsanforderungen des Europäischen Arzneibuchs entsprechen. Ein Kräutertee ist damit nicht gleich automatisch ein Arzneitee.

Die spezielle Teesorte sollten Eltern vor allem unter Beachtung der Symptome und des Alters des Kindes wählen, da bestimmte Tees nicht für Kleinkinder geeignet sind. Dazu zählt unter anderem Pfefferminztee, der erst für Kinder ab sechs Jahren bei Bauchkrämpfen empfohlen wird. Anis, Kümmel und Kamille hingegen können schon jüngeren Kindern bei Bauchchmerzen und Blähungen helfen. Bei Erkältungen und Husten ist Thymiantee für Kinder ab einem Jahr bis zu dreimal am Tag geeignet.“

Von Fencheltee rät auch die Europäische Arzneimittelagentur bei Kindern unter vier Jahren ab. Und auch Kinder bis elf Jahre sollten ihn der Behörde zufolge nur sparsam trinken. In Fencheltee stecken nämlich hohe Mengen des Stoffes Estragol, die als leberschädigend und krebserregend gelten. „Generell sollten Eltern bei der Wahl des passenden Arzneitees die Angaben des Herstellers zum empfohlenen Einnahmealter der Dosis berücksichtigen“, rät die Apothekerkammer Niedersachsen.