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Vor 450 Jahren gestorben: Der Meistersinger und Poet der Reformation Hans Sachs

Der Dichter und Dramatiker hielt sich 1516 in Frankfurt am Main auf, wo er erstmals als Meistersinger eine Singschule abhalten durfte

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Hans Sachs
Foto: Archivbild Dr. Jeffrey Myers

Hans Sachs (* 5. November 1494 in Nürnberg;  † 19. Januar 1576 ebenda) war vieles: Schumacher und Meistersinger, Dichter und Dramatiker - und Poet der Reformation. Mit über 6.000 Werken galt Sachs im 16. Jahrhundert als der größte deutsche Dichter seiner Zeit. Der bekannteste Meistersinger der deutschen Handwerkszünfte verfasste nicht nur Lieder, sondern auch Prosa, Komödien, Fastnachtsspiele und Dramen. Richard Wagner hat ihm in seiner Oper Die Meistersinger von Nürnberg ein musikalisches Denkmal gesetzt. 

Mit Frankfurt am Main, dessen Buchmesse er in späteren Jahren rege kontaktierte, war Hans Sachs in besonderer Weise verbunden. Während seiner Wanderschaft als Schustergeselle hielt er sich im Jahr 1516 (wahrscheinlich während der Frühjahrsmesse) in der ,,alt herlich reichstat“ auf, wo er erstmals als Meistersinger eine Singschule abhalten durfte. 

Später wird Hans Sachs die „Goldene Bulle“, das wichtigste Verfassungsdokument des Heiligen Römischen Reiches, in einem Gedicht Ain lobspruech der stat Franckfurt (1568) beschreiben. Einen weiteren Bezug zu der Mainstadt liefert Frankfurts berühmtester Sohn, der Denker und Dichter Johann Wolfgang von Goethe, der sich zu Lebzeiten mit dem Meistersinger von Nürnberg befasst und ihn anlässlich dessen 200. Todestag (1776) wieder ins Gedächtnis gerufen hat, vgl. das Gedicht „Hans Sachsens poetische Sendung“.  

Schon früh stellte sich Hans Sachs auf die Seite der Reformation. Entschieden ergriff er Partei für den Reformator Martin Luther und gegen gesellschaftliche Missstände. In seinen Werken warb Hans Sachs voller Überzeugung für die Reformationsidee und brachte mit seinen zeitkritischen Flugschriften und Gedichten die Lehre Luthers unter das Volk (vgl. „Wittenbergisch Nachtigall“ – 1523, sowie das Reformationslied Wach auf, dessen Originaltext Wagner in den Meistersingern vertonte).  

In Frankfurt erinnert heute die Hans-Sachs-Straße in Bockenheim an den begabten Meistersinger und mutigen Dichter der Reformation. 

Dr. Jeffrey Myers,  Frankfurt am Main