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Letzte Aktualisierung: 13.08.2020

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Von der Ethik des Sammelns

Weltkulturen-Freundeskreis lädt zum Vortrag mit Direktorin Raabe ein

von Ilse Romahn

(09.12.2019) Der Freundeskreis des Weltkulturen Museums lädt für Donnerstag, 12. Dezember, um 19 Uhr ein zum Vortrag „Repatriierung, Restitution und die Ethik des Sammelns“ mit Eva Raabe, der Direktorin des Weltkulturen Museums.

Eva Raabe im Weltkulturen Museum
Foto: Stadt Frankfurt / Welkulturen Museum / Wolfgang Günzel
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Museumsbestände, die aus der deutschen Kolonialzeit stammen, erfahren heute eine ganz neue kritische Aufmerksamkeit. Die Diskussion um koloniale Unrechtskontexte fokussiert dabei vor allem auf Objekte aus afrikanischen Ländern, obwohl aufgrund der europäischen kolonialen Verflechtungen viele andere Weltregionen ebenso betroffen sind. Nicht nur bei Objekten, deren Erwerb in einem kolonialen Unrechtskontext stattfand, sondern ebenso bei Gegenständen mit sakraler Bedeutung, bei Objekten als Träger geheimen Wissens oder menschlichen Überresten ist ein sensibler musealer Umgang geboten. Es geht nicht nur um sogenannte Raubkunst, sondern auch um Zurschaustellung und Deutungshoheit.

Objekte aus nicht-europäischen Urhebergesellschaften unterliegen dort eigenen Regeln und Protokollen, die oft im Widerspruch zur Tradition europäischer Wissenschaftskultur stehen. Wertkonflikte sind daher ständige Begleiter bei der Arbeit mit ethnologischen Sammlungen. Die Ethnologin Raabe skizziert die Restitutionsdebatte und erläutert, welchen Herausforderungen sich ethnologische Museen beim Umgang mit sensiblen Sammlungen stellen müssen.

Der Vortag im Rahmen des Jour Fixe des Weltkulturen Freundeskreis im Weltkulturen Labor, Schaumainkai 37, kann ohne Anmeldung besucht werden. Der Eintritt ist frei. (ffm)