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Vom Klimawandel zur Biodiversität – und zurück!

Vortrag im Senckenber-Naturmuseum am 10. Oktober

Während die Klimakrise immer spürbarer wird und dadurch im öffentlichen Diskurs allgegenwärtig ist, vollzieht sich der Verlust der biologischen Vielfalt im Stillen und bleibt häufig unbemerkt. Wie verändert sich die Biodiversität weltweit und in Deutschland? Wann funktionieren Ökosysteme nicht mehr und welche Auswirkungen hat dies auf uns Menschen?

Anhand von Experimenten und Beobachtungen erklärt Gründungsdirektor und Sprecher des Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig Prof. Dr. Christian Wirth im dritten Vortrag der „Senckenberg Distinguished Lecture Series“ wie die Klima- und die Biodiversitätskrise zusammenhängen. Er zeigt zudem, dass die biologische Vielfalt nicht nur ein Opfer des Klimawandels ist, sondern auch ein Mittel gegen selben sein kann.

Weltweit werden die Auswirkungen des Klimawandels zunehmend dramatischer: Hitzewellen, Dürren, Waldbrände, Überschwemmungen, das Abschmelzen von Eisschilden und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels. Die globale Erwärmung bedroht nicht nur das Leben der Menschen in den betroffenen Regionen, sondern auch das Überleben vieler Tier- und Pflanzenarten. Seit dem 16. Jahrhundert sind bereits mindestens 680 Wirbeltierarten ausgestorben. Prognosen zufolge verlieren wir weltweit innerhalb der nächsten Jahrzehnte 40 Prozent aller Insekten. 75 Prozent der natürlichen Landökosysteme und etwa 66 Prozent der Meeresökosysteme wurden bereits erheblich beeinträchtigt oder gar zerstört.

Im dritten Vortrag der „Senckenberg Distinguished Lecture Series“ zeigt Prof. Dr. Christian Wirth, dass die „Zwillingskrise“ – der ungebremste Verlust der Biodiversität und der globale Klimawandel – die größte Herausforderung für die Zukunft unserer Gesellschaft ist. Dabei beleuchtet er auch, wie die Erhaltung und Schaffung einer biodiversen Landschaft der Schlüssel für einen wirksamen Klimaschutz sein könnten.

Christian Wirth forscht seit Jahren intensiv zur biologischen Vielfalt. Der Leipziger Pflanzenökologe beschäftigt sich dabei vorrangig mit den Auswirkungen natürlicher und menschengemachter Änderungen der pflanzlichen Biodiversität auf Ökosystemprozesse wie Kohlenstoffspeicherung, Wasserverbrauch und Energiehaushalt. Wirth ist Sprecher des von der DFG geförderten Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig und Direktor des Botanischen Gartens an der Universität Leipzig. Neben seiner zehnjährigen Tätigkeit als Max-Planck-Fellow war er Mitbegründer der globalen TRY-Datenbank für Pflanzeneigenschaften, leitet den Leipziger Canopy Crane und ist derzeit Leiter des deutschen Biodiversitäts-Assessment „Faktencheck zum Erhalt der Artenvielfalt“ der BMBF-Initiative FEdA. Zu den vielfältigen wissenschaftlichen Aktivitäten des Biodiversitätsforschers gehört der „Auwaldkran“, den die Leipziger Universität gemeinsam mit dem Umweltforschungszentrum (UFZ) betreibt. In 33 Metern Höhe können hier Wissenschaftler das Leben in den Baumkronen vor Ort erforschen.

Vortrag: „From Climate Change to Biodiversity and Back“ von Prof. Dr. Christian Wirth (Gründungsdirektor und Sprecher des DFG-Zentrums iDiv)
am Dienstag, 10. Oktober, 14:00 Uhr, im Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Arthur von Weinberg-Haus, Grüner Hörsaal, Robert-Mayer-Str. 2, 60325 Frankfurt.

Der Vortrag ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Vortrag findet auf Englisch statt. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zu Diskussion und Austausch bei Getränken und Snacks. Es ist zudem möglich, die „Senckenberg Distinguished Lecture Series“ im Nachgang auf dem Kanal www.youtube.com/SenckenbergWorld anzuschauen.

Alle Informationen zu den Vorträgen, Referenten und Themen unter: https://www.senckenberg.de/distinguished-lectures

www.senckenberg.de