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Letzte Aktualisierung: 22.11.2019

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Vom Göhrde-Mörder bis Jack The Ripper

Diese Orte erschrecken mit Gruselgestalten nicht nur zu Halloween

von Ilse Romahn

(23.10.2019) Wenn Kürbisfratzen vor der Haustür wachen und kleine Geister durch Straßen ziehen, dann ist Halloween. Der Abend vor Allerheiligen am 31. Oktober, der in den USA als schauriges Kostümfest Tradition hat, wird auch bei uns immer populärer.

Der Blocksberg im Harz – Heimat der Hexen und Mythen
Foto: Hans Joachim Müller/Pixabay
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Dabei zelebrieren echte Horror-Fans die Geisternacht nicht mit Vampirzähnen aus Plastik und Scary Movie – pures Gänsehaut-Feeling kommt in den Orten auf, die ihre Bekanntheit echten Schreckgestalten zu verdanken haben, die hier einst panische Angst verbreiteten und vielleicht heute noch versteckt im Dunkeln leben. Ob wahre Begebenheit oder finstere Legende – Kurz-mal-weg.de verrät die spannendsten Orte in Deutschland mit düsterer Vergangenheit. 
Kurz-mal-weg.de zeigt zu Halloween schaurige Orte in Deutschland. Auf den Spuren des Göhrde-Mörders

Der Staatsforst Göhrde nahe Bad Bevensen in Niedersachsen galt lange als romantischer Ausflugsort für verliebte Pärchen. Dies änderte sich schlagartig, als er Ende der 1980er Jahre Schauplatz zweier Doppelmorde an Liebespaaren wurde. Besonders düster: Das zweite Verbrechen soll sich ereignet haben, während die Polizei nur wenige hundert Meter entfernt die Spuren des ersten Doppelmordes sicherte. Erst Ende 2017 wurde der mutmaßliche, bereits verstorbene, Mörder ermittelt, bis heute sucht die Kriminalpolizei nach seinem Komplizen. Spaziergänger und Ausflügler haben die Göhrde lange gemieden, der Name „Totenwald“ hält sich hartnäckig.                        

Frankensteins Vermächtnis? Die Gruselburg im Odenwald
Ob Romanklassiker oder eine der zahlreichen Verfilmungen – Gruselfans kommen um „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ von Mary Shelley aus dem Jahr 1818 nicht herum. Viele historische Hinweise besagen, dass der Ursprung der Geschichte auf der circa 750 Jahre alten Burg Frankenstein im Odenwald liegt. Der Legende nach soll hier der Alchemist und Arzt Johann Konrad Dippel von Frankenstein versucht haben, aus Leichenteilen, dem Blut von Jungfrauen und „geheimen Künsten“ einen neuen Menschen zu erschaffen. Die erschaffene Gestalt schaffte es zu entkommen und treibe seither in den umliegenden Wäldern ihr Unwesen. Von dieser Schauergeschichte hörten die Gebrüder Grimm und ließen sie der englischen Übersetzerin ihrer Märchen zukommen – der Stiefmutter von Mary Shelley. Die Burg Frankenstein nimmt sich ihrer schaurigen Geschichte an und richtet jährlich eine der größten Halloween-Parties Deutschlands aus.    

Der wütende Pfarrer und die versunkene Stadt
Im Jahre 1362 überschwemmte eine verheerende Sturmflut, die „Grote Mandränke“, die Ortschaft Rungholt in der nordfriesischen Küstenlandschaft Strand und ließ sie in der dunklen Nordsee verschwinden. Während Rungholt vermutlich ein bäuerlicher Handelshafen war, hielten sich lange und hartnäckig Überlieferungen einer prunkvollen, von Reichtum gesegneten Stadt, deren Bewohner in Saus und Braus lebten. Der Legende nach wurde die große Flut von einem Pfarrer heraufbeschworen, dem die Bewohner Unrecht getan hatten und der ihr gottloses Verhalten bestrafen wollte. Alle sieben Jahre sollen seither die Kirchglocken von Rungholt zu hören sein. In der Gegend rund um Pellworm und Nordstrand in Nordfriesland kann man heute auf den Spuren der versunkenen Stadt wandeln.

Hansestadt Flensburg: Schauplatz eines „Jack The Ripper“-Mordes?
Im Jahr 1888 versetzte eine grausame Mordreihe an Prostituierten im Londoner Viertel Whitechapel die Stadt in Angst und Schrecken. Der Mörder wurde nie gefasst und ging als „Jack The Ripper“ in die Kriminalgeschichte ein. Viele Jahre später fiel der Verdacht auf den deutschen Seefahrer Carl Ferdinand Feigenbaum. Er war in New York bei einem ähnlichen Mord erwischt worden. Außerdem hatte zu den Zeiten der Morde in Whitechapel, stets nur wenige Straßen vom Tatort entfernt, das Handelsschiff „Reiher“ im Hafen gelegen, zu dessen Crew Feigenbaum gehörte. Als im Juli 1889 nach dem typischen „Jack The Ripper“-Muster eine Prostituierte in der Hafenstadt Flensburg ermordet wurde, zogen Kriminalisten Parallelen zu „Jack The Ripper“ und später zu Feigenbaum.              

Hexenversammlung am Blocksberg
Die Hexe ist wohl eines der beliebtesten Kostüme zu Halloween und spätestens seit Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker „Die kleine Hexe“ für viele eine Sympathieträgerin. So feiern auch Jahr um Jahr zur Walpurgisnacht zahlreiche Fans die Hexenversammlung, unter anderem am Harzer Brocken, dem bekanntesten „Blocksberg“. Schaurig wird die Geschichte der Hexen vor dem Hintergrund, wie viele Menschen im Zuge der Hexenverfolgung im 16. und 17. Jahrhundert ihr Leben gelassen haben. In Europa und den Kolonien in Nordamerika fielen circa 80.000 Menschen dem Hexen-Mythos zum Opfer. Besonders zu Halloween kann man auf dem Harzer Hexenstieg den Brocken erklimmen und dieser schaurigen Geschichte nachspüren.   

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