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Letzte Aktualisierung: 09.04.2021

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Volkskrankheit Adipositas – was kann man dagegen tun?

Chefarzt Prof. Dr. Martin Hoffmann informiert

von Ilse Romahn

(06.04.2021) Fast jeder vierte Deutsche gilt als adipös, leidet also unter krankhaftem Übergewicht. Da starkes Übergewicht ein wesentlicher Faktor bei der Entwicklung von chronischen Erkrankungen sein kann, ist es wichtig, mit einem ganzheitlichen Ansatz dagegen vorzugehen.

Chefarzt Prof. Dr. Martin Hoffmann
Foto: Hoffmann
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Wie das geschieht, darüber informiert Prof. Dr. Martin Hoffmann, Chefarzt Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie und Leiter des Adipositas-Zentrums an der Asklepios Paulinen Klinik (APK).

Das Adipositas-Zentrum an der APK ist auf die interdisziplinäre Behandlung von Patienten mit krankhaftem Übergewicht spezialisiert. Dabei arbeiten ein Team bestehend aus Endokrinologen, Orthopäden, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Ernährungsmedizinern, Ökotrophologen, Bauchchirurgen und Ärzten für plastisch-rekonstruktive Eingriffe koordiniert und fachübergreifend zusammen. Der therapeutische Ansatz basiert auf fünf Säulen: der Medizin, der Verhaltenstherapie, der Ernährungsberatung, der Bewegung und der Selbsthilfe. Die chirurgische Behandlung stellt nicht die erste Behandlungsoption dar und sollte erst nach ernsthaften Versuchen der Gewichtsreduktion erwogen werden.

„Wir können am Adipositas-Zentrum eine umfassende Therapie des Übergewichtes und auch seiner Folgeerkrankungen anbieten. Dazu gehören sowohl ambulante als auch stationäre konservative Therapien, denn nicht alle Patienten müssen zwangsläufig operiert werden. Bei der nicht-chirurgischen Therapie der Adipositas haben sich multimodale Programme als sehr hilfreich erwiesen. Ein multimodales Programm besteht aus professionell begleiteter Ernährungsberatung, körperlicher Aktivität mit Anleitung und verhaltenstherapeutischen Elementen. Es hat eine Dauer von mindestens 6 Monaten. Führen die Maßnahmen jedoch nicht zu einer dauerhaften Gewichtsreduktion, ist die Adipositas-Chirurgie eine sehr wirksame Methode, sicher Gewicht zu verlieren und es dann auch langfristig zu halten“, sagt Prof. Hoffmann.

Mehr Lebensqualität und höhere Lebenserwartung durch dauerhafte Gewichtsreduktion
Die Adipositas-Chirurgie, von Medizinern metabolische und bariatrische Chirurgie genannt, führt nicht nur zu einer dauerhaften Gewichtsreduktion. Auch ein Rückgang oder sogar das völlige Verschwinden von Begleiterkrankungen des Übergewichts wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, chronischen Kopfschmerzen und einer Vielzahl anderer Erkrankungen lässt sich beobachten. Darüber hinaus kommt es häufig zu einer deutlichen Besserung der Lebensqualität und Erhöhung der Lebenserwartung.

Ab wann spricht man von Adipositas?
Adipositas wird meistens über den so genannten Body-Mass Index (BMI) definiert. Dabei werden Körpergröße und Körpergewicht zueinander ins Verhältnis gesetzt. Ab einem BMI von 30 besteht eine Adipositas Grad I, ab 35 eine Adipositas Grad II und ab einem BMI von 40 liegt eine schwere Adipositas Grad III vor. Im Internet gibt es BMI-Rechner, die die Berechnung des individuellen BMI ganz einfach machen.

APK bietet alle modernen Methoden der Adipositas-Chirurgie an
Vor einem operativen Eingriff erfolgt eine intensive Beratung der Patienten zu den jeweiligen OP-Verfahren in persönlicher und entspannter Atmosphäre. Alle Operationen werden in der Regel minimalinvasiv - also fast ohne Schnitte - und mit neuester 3D-Technik vorgenommen. „Wir führen in unserem Zentrum alle gängigen Operationsverfahren durch. Am häufigsten erfolgen minimalinvasive Schlauchmagenoperationen (Sleeve-Gastrektomie) und minimalinvasive Bypassoperationen. Der Schlauchmagen wirkt durch eine Begrenzung der Nahrungsaufnahmemenge. Bei den Bypassoperationen resultiert die Gewichtsabnahme dadurch, dass ein Teil des Dünndarms umgangen („gebypassed“) wird“, erläutert Prof. Hoffmann.

Nicht eine Therapie für alle
„Natürlich unterscheidet sich die Therapie bei jedem Patienten in Abhängigkeit von seinen Vorerkrankungen. Es gibt keine Standardtherapie, jeder Mensch hat andere Risikofaktoren und sollte daher eine individuelle Behandlung erhalten. Beim ersten Gespräch im Adipositaszentrum Wiesbaden geht es daher darum, sich ein genaues Bild von den Patienten zu machen und erste Empfehlungen zu geben. Die meisten Patienten werden bei uns mit konservativen Methoden ohne Operation behandelt“, so Prof. Hoffmann.

Gezielte Nachsorge ist unerlässlich
Der nachhaltige Therapieerfolg ist nur durch eine gezielte Nachsorge gewährleistet. Hier bietet das Adipositas-Zentrum neben der Ernährungsberatung vor und nach der Operation durch zertifizierte Ernährungsberater auch psychologische Unterstützung und Hilfestellung beim Erarbeiten von individuellen Bewegungsprogrammen an. Darüber hinaus arbeitet die Klinik eng mit der Selbsthilfegruppe Wiesbaden sowie verschiedenen Partnern in Wiesbaden und dem Rheingau-Taunuskreis sowie den umliegenden Städten und Gemeinden zusammen. Unerlässlich für den dauerhaften Erfolg ist bei allen Maßnahmen die aktive Mitarbeit der Patienten.

https://www.asklepios.com/wiesbaden/experten/allgemeinchirurgie/adipositaszentrum/