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Letzte Aktualisierung: 23.07.2021

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Volksbühne mit Neustart

Quast brilliert mit seinen Rezitationen

von Karl-Heinz Stier

(19.07.2021) Es ist endlich soweit! Ein Aufatmen geht durch die Reihen der Künstler und Mitarbeitern der Volksbühne im Großen Hirschgraben gleich neben dem Goethehaus in Frankfurt – und dessen Leiter Michael Quast, der in der Vergangenheit viele Hürden und Barrieren überwinden musste, bis er und seine Kollegen und Gastkünstler wieder auftreten konnten.

Michael Quast bei seiner Rezitation
Foto: Anna Meuer (Volksbühne)
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Hinzu kam noch die Pandemie, die ihnen (hoffentlich zumindest nur vorrübergehend!) dann überraschend für die geplanten ersten Aufführungen monatelang die Türen des Theaters verschloss.

Es nimmt daher nicht Wunder, dass Leiter und Direktor Quast nunmehr mit einem Programm von acht Veranstaltungen bis 1. August auch persönlich ein neues Startzeichen setze. “Sex & Crime" hieß der Titel für die ersten zwei Abende. Er ist schließlich ein Schauspieler und Künstler, der wie kaum ein anderer die Kunst der Rezitation beherrscht. „Emotionale Geschichte mit Knalleffekt“ so beschreibt er darin seine Lieblingswerke. Er hat Balladen und Melodramen ausgesucht, die von unglücklicher Liebe und verbotener Leidenschaft, von spukhaften Grauen und brutalen Verbrechen handeln.

Seine literarischen Autoren-Palette reichen in den über einstündigen Vorträgen von Schiller und Goethe bis Wilhelm Busch und Ludwig Thoma. Er flüstert, wimmert, lacht, weint, seufzt und tritt mit seiner körperlichen Kraft mit dem rechten Bein kräftig auf den Bühnenboden, um der Autoren aufregende und komische Texte auf seine Art zu untermalen.

Manches ist neu für den Besucher, wenn er am Ende der Veranstaltung mit mehr literarischen Erkenntnissen den Saal verlässt. Jedenfalls brachte Quast mehr Emotionen zum Thema Treuebruch, Rache und Mord zu Tage („je blutrünstiger desto erfolgreicher“) als man beim Lesen der Balladen der Literaten früherer Zeiten erfahren kann.

Was die Mitteilungskraft des Frankfurter Künstlers noch verstärkt und steigert, ist die musikalische Dramatik, die in vier Themen des Abends die Rezitationen von Quast begleitet. Am Flügel saß Erika la Roux. Sie studierte in Südafrika in ihrer Heimatstadt Johannesburg, war Preisträgerin vieler internationaler Klavierwettbewerbe und Finalistin beim ARD-Wettbewerb in der Kategorie Klavier-Duo. Aktuell konzertiert sie beim Staatstheater Wiesbaden.

Den Abend in der Volksbühne bezeichnete Michael Quast als „Hybrid-Veranstaltung“, weil sie – so er wörtlich „halb drinnen, halb draußen spielt“- gemeint war damit „im Höfchen“ sich Mut anzutrinken und einige feine Leckereien zu sich zu nehmen.

Und das sind die nächsten drei Veranstaltungen
23.7.  LICHTER Kurzfilmcher aus der Rhein-Main-Region – eine Auswahl regionaler Highlights aus 15 Jahren LICHTER Filmfest Frankfurt International
24/30./31.7. „Für Frankfurt sterb ich, so lang ich leb“! mit Maximilian Leopold Langenschwarz von Rödelheim nach New York
25.7. und 29.7. „Es will mer net in mein Kopp enei“ – Die Friedrich-Stoltze- Revue

Nähere Infos unter www.volksbuehne.net