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Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

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Vogesen für Natur-Gourmets

von Ilse Romahn

(07.09.2022) Eine Reise in die Vogesen läuft durch den Magen. Liebhaber natürlicher Kost und kurzer Lieferwege haben einiges zu schlemmen.

Münster und Bergkäse
Foto: Denis Bringard / Massif des Vosges
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Alles Münster oder was?
Zweifelsohne ist Münsterkäse die bekannteste Sorte, die in den Vogesenhöhen hergestellt wird. Das mag daran liegen, dass es der Einzige mit einer geschützten Ursprungsbezeichnung ist. Die Vielfalt ist dennoch viel größer. Es gibt verschiedene Bergkäse und Tomme-Sorten, wie es Geheimrezepte gibt. Das liegt an den diversen Kuhrassen und Herstellungsmethoden, was unterschiedliche Geschmacksnuancen zur Folge hat. Manche Bauernhöfe verfeinern ihren Käse mit Gewürzen oder Wildkräutern wie Feldthymian, was die kulinarische Seele der Vogesen einzigartig zum Vorschein bringt. Entgehen lassen sollte man sich auch nicht den „Sieskass“ – ein Dessert aus Frischkäse mit Kirsch, Zucker und Crème fraîche. Käseliebhaber entdecken diese Vielfalt am besten in den Bergbauerngasthöfen, auch „Ferme Auberge“ genannt. Manchmal bieten diese zudem Übernachtungsmöglichkeiten an. Eine schöne Gelegenheit sind Wanderungen von einem Gasthof zum anderen, um sich das Picknick zu sparen und die verschiedenen Spezialitäten zu degustieren. Auf der neuen touristischen Karte des Vogesenmassivs sind die Bergbauerngasthöfe eingezeichnet, was einem die lukullische Pintentour erleichtert. Man erhält sie in jeder Tourist-Information vor Ort kostenlos. Infos zu Bergkäse und anderen Spezialitäten –  Touristische Karte Vogesen
 
Süßes für die Seele
Konfitüren wie sie Großmutter herstellte, ohne Geliermittel oder Konservatoren, findet man bei Confitures du Climont in Ranrupt. Sei es aus Wildfrüchten direkt aus den Vogesen wie Hagebutten, Heidelbeeren, Holunder oder Wildäpfeln, aber auch aus Rhabarber, Himbeeren oder Weinbergpfirsichen die direkt von Landwirten vor Ort stammen. Das Unternehmen besteht seit vierzig Jahren in der zweiten Generation und ist eine Referenz in Sachen Konfitüre nach traditioneller Art. Ein Besuch lohnt, um sich von der Qualität zu überzeugen, die großen Kupferkessel zu bestaunen und die heimische Speisekammer aufzufüllen. Wer den unwiderstehlichen Duft der Tannenwälder der Vogesen mit nach Hause nehmen will, der kauft die Bonbons der Confiserie des Hautes Vosges. Die „Bourgeons de Sapin“, sprich Tannenzapfen, sind nicht eine herkömmliche Lutschpastille. Sie sind tatsächlich mit der Essenz der Vogesentannen parfümiert und ölen die Kehle, dass jegliches Kratzen im Nu vergeht. Es gibt aber auch eine Menge anderer Aromen, wobei die Form an Tannenzapfen erinnert. Die Confiserie lässt sich in Plainfaing besichtigen. Ein unvergessliches Erlebnis, nicht nur für Kinder! Confitures du  Climont – Confiserie des Hautes Vosges. 

Schnaps, das war sein letztes Wort
Ein bisschen Branntwein nach einer reichhaltigen Mahlzeit hilft. Das wusste schon die Oma und auch in den Vogesen war das nie ein Geheimnis. Indes ist die Vielfalt der Brände enorm und zieht sich von Absinth bis Williams fast durchs ganze Alphabet. Ein Neuiling ist der „Schrik“. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der geschützten Ursprungsbezeichnung des „Kirsch de Fougerolles“, einem Kirschwasser aus dem Elsass, erfand das Syndikat der g.U. einen neuen Likör. Schrik ist leicht süßlich, hat einen Alkoholgehalt von 17 Volumenprozent und verbindet den Geschmack des Kirschwassers mit der Frische des Vogesenmassivs. Also einem Auszug aus den Tannenspitzen. Der neuartige Likör wird auf Eis mit Zitronen oder Orangen genossen oder man verwendet ihn für Cocktails im Gemisch mit süßem Apfelwein, Champagner, Wein oder Soda. Erhältlich ist er bei allen Destillerien, die der Charta des Fougerolles-Kirschwassers angehören. Beispielsweise in der „Distillerie Paul Devoille“ in Fougerolles selbst, die auch eine online-Boutique unterhält. Distillerie Paul Devoille. 

Ein Kuchen aus Erfindergeist
Auch Spezialitäten müssen sich irgendwann erfinden. So ist der „Trésor des Vosges“ eine Neuheit in den Vogesen. 2015 lancierte der regionale Naturpark der Vogesen eine Recherche mit drei verschiedenen technischen Hochschulen der Region, um eine neue Spezialität zu kreieren, die man auf einer Wanderung problemlos mitnehmen, aber auch den Daheimgebliebenen als Souvenir mitbringen kann. Es ging vor allem darum, dass man die Produkte der Vogesen verwendet, an althergebrachte Spezialitäten anknüpft, sowie kurze Kreisläufe bevorzugt. Entstanden ist ein Kuchen der das französische „Pain d’épices“, mit dem ebenso klassisch-französischen „Financier-Cake“ und den Brimbilles-Heidelbeeren der Vogesen verbindet. Der Kuchen ist bis zu 15 Tage gut haltbar, so dass man ihn locker mit nach Hause nehmen kann. Seit Juli 2016 findet man diese süße Vogesen-Spezialität in 39 Konditoreien.
 
Inspirationen zur Destination https://www.massif-des-vosges.com/de