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Letzte Aktualisierung: 20.09.2021

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Viel Herz, aber keine Kraft mehr

Skyliners beenden REWE Cup auf dem zweiten Platz

von Norbert Dörholt

(07.09.2021) Im Finale des REWE Cup gegen s. Oliver Würzburg in Hagen können die Frankfurter Bundesliga-Basketballer Fraport Skyliners nur in der ersten Halbzeit ihr schnelles und beherztes Spiel aufziehen, müssen aber zum Ende der Partie den schweren Beinen und schwindenden Kräften nach einer intensiven Vorbereitungswoche und zwei Turnierspielen Tribut zollen (20:22 – 23:11 – 10:20 – 12:18). Deutliches Zeichen dafür sind die lediglich 30 Prozent Quote von der Freiwurflinie – im Vergleich: Am Vortag waren es noch 92 Prozent!

Foto: Fraport Skyliners
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Topscorer wird Youngster Len Schoormann mit 21 Punkten. Alle mitgereisten Spieler bekommen Einsatzzeit und tragen sich erneut Punkte und/oder Assists in die Statistik ein. Es geht jetzt mit einer weiteren intensiven Trainingswoche weiter. Das nächste Testspiel folgt dann am Sonntag, den 12. September, um 17 Uhr, gegen ProA-Ligisten Karlsruhe. Die Partie findet in der Fraport Arena statt und ist exklusiv für Dauerkarteninhaber geöffnet. Diego Ocampo, Headcoach der FRaport Skyliners, sagte: „Wir haben das Spiel am Ende aus den Händen gegeben, da wir uns zu viele Ballverluste erlaubt haben. Dazu sind 1/8 Freiwürfe im letzten Viertel und einige offene Würfe die ihr Ziel nicht gefunden haben, natürlich Knackpunkte. Aber wir haben gut gekämpft, was unser Ziel war. Jetzt gilt es zu regenerieren und nach Möglichkeit verletzte Spieler wieder zu integrieren. Dann gilt es weiter hart zu arbeiten, um unsere Automatismen in Angriff und Verteidigung zu festigen.“

Spielverlauf

Traditionsgemäß starten die Freaport Skyliners beherzt in das Spiel und gehen mit 10:6 (3. Minute) in Führung. Und genauso traditionell wechselt Headcoach Diego Ocampo munter durch. Würzburg bleibt in der Partie, geht in der 8. Minute mit 15:16 in Führung und verteidigt diese bis Viertelende – 20:22. Immerhin: Der erste Rückstand nach den ersten zehn Minuten für das Frankfurter Team und eine gute Gelegenheit, die vom Headcoach geforderte mentale Stärke aufzubauen.

Die eigenen Stärken nutzen – 23:11

Im zweiten Viertel spielen sich zunächst die Verteidigungslinien mehr in den Vordergrund. Leichte und offene Würfe findet man kaum bis gar nicht. Die Frankfurter besinnen sich dann auf eine ihrer Stärken: teamorientiertes Passspiel. So gelingt der Führungswechsel nach Dreier des mutig spielenden Len Schoormann (4/4 Dreier in der ersten Halbzeit) – 30:29 (16.). Die Besinnung wirkt, denn nach Floater von Lukas Wank geht es mit der zweistelligen Führung in die Halbzeit – 43:33

Vom Pokern und schweren Beinen - 10:20

Beim Basketball ist es wie beim Poker: Liegt man vorne, ist es meist eine gute Strategie, den Druck zu erhöhen. Defensiv gelingt das den Fraport Skyliners solide, doch im Angriff machen sich die schweren Trainings- und Turnierbeine bemerkbar – 45:40 (25.). Der Trend setzt sich zunächst fort, doch in dem Moment, in dem Würzburg die Führung zurückerobern hätte können, drehen die Frankfurter ebenfalls auf. So ist die Ausgangslage vor dem Schlussakt ausgeglichen – 53:53.

Die Kräfte schwinden – 12:18

Mangelnder Einsatz ist den Fraport Skylilners wirklich nicht anzukreiden. Doch mischen sich immer wieder Unkonzentriertheiten ins eigene Spiel, die andeuten, dass die Kräfte nun endgültig schwinden. Würzburg ist einen Hauch frischer, was ausreicht, um in der 37. Minute mit 59:65 in Führung zu stehen. Eine letzte Tempoverschärfung zeugt vom Herz des Teams, bringt aber nicht mehr die erhoffte Wende. Endstand: 65:71.

Was noch interessant war

Wie gut das tut! Endlich wieder „Defense, Defense!“-Rufe. Endlich wieder motivierendes Trommeln. Endlich wieder Klatschen bei tollen Aktionen. Eine kleine Handvoll Fraport-Skylilners-Fans hat sich auf den Weg nach Hagen gemacht und ihr Team lautstark unterstützt. Dafür" ein gigantisches DANKE" von den Skylilners.

Youngsters vor

Diego Ocampo ist bekannt als einer der Besten, wenn es um die Arbeit mit jungen Spielern geht. Und das gesamte Wochenende bestätigt diesen ihm vorauseilenden Ruf. Denn die jüngste Garde im generell sehr jungen Team bekommt viele Chancen – und nutzt diese auch.

Felix Hecker erhält erneut jede Menge Spielzeit und bestätigt sie mit einer sehr stabilen Allround-Leistung. acht Punkte, drei Rebounds und 100 Prozent aus dem Feld (3/3) sind es am Ende.

Jordan Samare steht defensiv gegen die kräftigen Würzburger seinen Mann und arbeitet sich offensiv mit jeder Menge Einsatz zu 2 Punkten und einem Assist.

Lorenz Brenneke zeigt schon in der gesamten Vorbereitung seinen unbändigen Willen beim Rebound. Gegen Würzburg ist er aber auch in der Punktekategorie ein Faktor und legt neun Zähler auf.

Und Len Schoormann wird mal eben mit 5/8 Dreiern und 21 Punkten Topscorer seines Teams und bleibt auch beim Abschlussinterview im Livestream cool.

Das Durchschnittsalter dieses Quartetts ist übrigens 20.5 Jahre!

Gesprächsrunde, die erste

Donovan Donaldson kommt nicht nur zu seinem ersten Einsatz beim REWE Cup nach überstandener Ellenbogenprellung, sondern auch immer wieder in den Genuss eines Vier-Augen-Gesprächs mit seinem Headcoach. Denn bei jeder Unterbrechung des Spielgeschehens schnappt sich Diego Ocampo seinen Aufbauspieler und verlängerten Arm auf dem Parkett und korrigiert, motiviert und analysiert mit ihm diverse Sequenzen.

Gesprächsrunde, die zweite

Diego Ocampo ist ein Basketball-Lehrer. Und wie es Lehrer gerne machen, dauert die Unterrichtsstunde bis zum Klingeln. Im Basketball-Fall bedeutet dies: Bis der Schiedsrichter pfeift. Und so kann man in der gesamten Saisonvorbereitung schon sehr gut beobachten, wie der Frankfurter Headcoach Auszeiten jedes Mal bis zur letzten Sekunde ausnutzt, um seinen Jungs die richtigen Worte auf den Weg zu geben.

Die nächsten Termine

·  Sonntag, 12. September, um 17 Uhr – Testspiel in der Fraport Arena gegen Karlsruhe (kein Livestream)

·  Sonntag, 26. September, um 15 Uhr - Saisonauftakt in der Fraport Arena gegen Braunschweig (live bei MagenaSport)