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Letzte Aktualisierung: 27.02.2021

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Videosprechstunde erobert Praxen in Hessen

von Ilse Romahn

(16.02.2021) Seit Beginn der Corona-Pandemie erlebt die Videosprechstunde in Hessen einen regelrechten Boom. Nach einer Auswertung von Versichertendaten der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen ist die Zahl der Patientinnen und Patienten, die sich ausschließlich per Videosprechstunde behandeln ließen, allein im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres um das 9fache angestiegen.

Gleichzeitig bieten immer mehr Praxen eine Videosprechstunde an. Aktuell sind es mehr als 2.800 Ärztinnen und Ärzte in Hessen.

Videosprechstunde hat festen Platz im Praxisalltag
Im ersten Quartal 2020 haben sich in Hessen knapp 170 Patienten ausschließlich per Videosprechstunde behandeln lassen. Im zweiten Quartal waren es schon über 1.500. "Die Corona-Pandemie war für viele Praxen der Auslöser, eine Videosprechstunde anzubieten. Auch wenn sie den persönlichen Austausch in vielen Fällen nicht ersetzen kann, gehört sie wegen ihrer Vorteile mittlerweile ganz selbstverständlich mit dazu und wird auch nach der Pandemie ihren festen Platz im Praxisalltag behalten", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

Wichtige Zusatzleistung
Dr. Hans-Joachim Kerger und Dr. Manuela Kerger, Allgemeinärzte aus Frankfurt, nutzen die Videosprechstunde seit Beginn der Pandemie und sprechen ihre Patienten mittlerweile häufig in der virtuellen Sprachstunde: „Die Videosprechstunde ist für uns ein wichtige Zusatzleistung geworden, die wir unseren Patienten gerne anbieten. Vor allem Befunde wie zum Beispiel Labor- oder Blutdruckwerte können mit der Videosprechstunde mit wenig Aufwand für den Patienten besprochen werden. Natürlich ersetzt sie nicht die normale Sprechstunde, bei der die klinische Untersuchung unerlässlich ist. Jedoch zeigt sich, dass es in der aktuellen Situation weiterhin viele Patienten gibt, die Angst haben, in eine Arztpraxis zu gehen. Auch für diese Patienten ist die Videosprechstunde wichtig, denn so können wir mit ihnen in Kontakt bleiben und bei kritischen Situationen handeln“, so Dr. Manuela Kerger.

Es ist aus Sicht der TK in Hessen ein richtiger Schritt, dass die Videosprechstunde auch gesetzlich weiter gestärkt wird. Das dritte Digitalisierungsgesetz, das im Januar vom Kabinett verabschiedet wurde, sieht unter anderem vor, dass künftig auch Hebammen und Heilmittelerbringer Videosprechstunden anbieten oder Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit auch bei ausschließlicher Fernbehandlung ausstellen können. 

eRezept als logische Weiterentwicklung+
Zum Jahresbeginn 2022 soll auch das elektronische Rezept verpflichtend eingeführt werden. "Das elektronische Rezept ist eine logische Weiterentwicklung der Videosprechstunde, damit Patienten, die im digitalen Arztgespräch eine Verordnung erhalten, nach der Videosprechstunde nicht mehr persönlich in die Bereitschaftsdienstzentrale oder Arztpraxis kommen müssen, um ein Papierrezept abzuholen", so Voß. Erste praktische Schritte in diese Richtung gibt es bereits in einem Pilotprojekt in Hessen: Patienten, die im Ärztlichen Bereitschaftsdienst die Videosprechstunde nutzen, können ein eRezept erhalten, dies online verwalten und in der Apotheke einlösen.

www.tk.de/lv-hessen