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Letzte Aktualisierung: 26.10.2020

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Veterinäre decken illegalen Hundehandel auf

von Ilse Romahn

(30.09.2020) Die Abteilung Veterinärwesen des Ordnungsamtes hat ein in Frankfurt lebendes Ehepaar des illegalen Hundehandels überführt. Die beiden hatten im Ausland Welpen einer nordischen Hunderasse gezüchtet und diese ohne die erforderliche Erlaubnis hier zum Verkauf angeboten.

Dabei legten sie durchaus ein hohes Maß an krimineller Energie an den Tag, erkundigten sie sich doch vorher bei verschiedenen Stellen nach den rechtlichen Voraussetzungen, um diese dann geschickt zu umgehen.

In hartnäckiger Kleinarbeit konnten rechtlich verwertbare Dokumente gesammelt und bearbeitet werden, um den illegalen Hundehandel nachzuweisen. Es ist zu vermuten, dass das tatsächliche Ausmaß des Handels deutlich größer war als tatsächlich nachgewiesen werden konnte. Durch die Veterinärbehörde wurde ein Bußgeld in Höhe von fast 14.000 Euro angeordnet, dass nun vor Gericht bestätigt wurde, nachdem das Ehepaar Widerspruch eingelegt hatte.

In diesem Zusammenhang möchte die Abteilung Veterinärwesen darauf hinweisen, dass seit 2014 jeder, der Wirbeltiere zum Zwecke der Abgabe gegen Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung in das Inland verbringt oder einführt, eine Erlaubnis der zuständigen Veterinärbehörde benötigt. Im Rahmen der Antragsprüfung werden von behördlicher Seite die Art der Tätigkeit sowie die Sachkunde und die Zuverlässigkeit der verantwortlichen Person geprüft. Somit werden im Vorfeld Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit den Tieren sowie alle Bedingungen bezüglich der Einreise abgefragt und somit Tierleid vermieden.

Soll dennoch ein Welpe aus dem Ausland gekauft werden, sollte unbedingt nach dieser Erlaubnis gefragt werden. Nur damit sind eine legale Einfuhr und der Verkauf in Deutschland möglich. Die mit der Erlaubnis abgefragten Kenntnisse vermeiden beispielsweise Quarantäneanordnungen aufgrund fehlender Impfungen oder tierschutzrelevante Vergehen wie beispielsweise das zu frühe Trennen vom Muttertier.

Nach Möglichkeit sollten jedoch ohnehin Tiere angeschafft werden, bei denen man als Käufer die Haltungsbedingungen kennt und bestenfalls das Tier noch vor der Trennung beim Züchter besuchen kann. Seriöse Züchter ermöglichen dies, auch um potenzielle Käufer kennenzulernen und dadurch sicher zu sein, dass ihre Tiere in gute Hände kommen. Vor dem anonymen Kauf mit Übergabe der Tiere an öffentlichen Orten wird dringend abgeraten. Das vermeintliche Schnäppchen kann unangenehme Folgen für den neuen Besitzer haben, von dem vermeidbaren Leid für die Tiere ganz abgesehen. (ffm)