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Verwaltungsreform hat sich bewährt

Stadtrat Jan Schneider und Amtsleiter Michael Simon ziehen ein Jahr nach Gründung des Amts für Bau und Immobilien eine positive Bilanz

Ein Jahr nach Gründung des Amts für Bau und Immobilien (ABI) zeigen sich die ersten Erfolge der neuen Verwaltungsstruktur. „Wir haben die Kompetenzen gebündelt, was sich vor allem auf den zahlreichen Schulbaustellen positiv bemerkbar macht“, sagt Stadtrat Jan Schneider, Dezernent für Bau und Immobilien.

Durch die größte Verwaltungsreform in der Geschichte der Stadt Frankfurt sei ein moderner kommunaler Dienstleister entstanden. Das ABI sei eines der wichtigsten Ämter, da es ein immenses Immobilienvermögen verwaltet und dazu beiträgt, die Infrastruktur für die wachsende Stadt bereitzustellen.

Das ABI wurde aus dem Liegenschaftsamt, dem Hochbauamt und Teilen des Stadtschulamts gebildet und hat am 1. November 2017 seine Arbeit aufgenommen. Damit wurden die baulich-technischen und immobilienwirtschaftlichen Kompetenzen in einer Behörde mit derzeit rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammengefasst. Ziel ist es, Planung, Bau und Bewirtschaftung städtischer Gebäude ganzheitlich auf den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie auszurichten.

Wie das funktioniert, zeigt das Beispiel der Erweiterung und Sanierung der Franckeschule in Bockenheim: Die Verantwortung für dieses Projekt liegt in einer Hand beim ABI, das eine ähnliche Rolle einnimmt wie ein privater Eigentümer. Dadurch können Synergien genutzt werden und es ist eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes möglich. So wurde die ursprünglich wegen Brandschutzmängeln initiierte Sanierung um kleinere Maßnahmen ergänzt, die zunächst nicht geplant waren. „Das hätte in einigen Jahren ohnehin erledigt werden müssen“, sagt Michael Simon, der Leiter des ABI. „Aber da die Schule während der Arbeiten in Container ausgelagert ist, machen wir jetzt gleich alles zusammen.“ Auf diese Weise sei es möglich, die verfügbaren knappen Ressourcen effizient einzusetzen. „Dieser Gesamtblick hat bisher gefehlt. Daran sieht man, wie sinnvoll die Gründung des neuen Amtes war“, betont Simon.

Die neue Struktur ermöglicht auch schnelle Reaktionszeiten bei der Errichtung provisorischer Schulgebäude mit Containern und Raummodulen. So wurde nach nur einem Jahr Vorbereitung pünktlich zum Schuljahresbeginn das Gymnasium West in der Straße Am Römerhof eröffnet. Der Marie-Curie-Schule am Riedberg konnten in diesem Herbst kurzfristig zusätzliche Räume in Containern zur Verfügung gestellt werden, um Engpässe im Ganztagsprogramm zu beheben. In der Liegenschaftsverwaltung wird vorausschauendes Handeln erleichtert. Zum Beispiel hat das ABI den Rückkauf eines Erbbaurechts für ein städtisches Grundstück in Bockenheim vorbereitet, das als Vorrat für künftige Bauaufgaben dient.

In der Gründungsphase des ABI ist darüber hinaus sehr viel Grundlagenarbeit notwendig, um ein klares Bild über die kommunalen Immobilien zu erhalten. So müssen der Zustand der Gebäude sowie die kurz- und langfristig notwendigen baulichen Maßnahmen ermittelt werden. Gleichzeitig müssen Lösungen gefunden werden, um dem steigenden Bedarf beispielsweise an Schulbauten trotz knapper Flächen zu begegnen. Ziel ist es darüber hinaus, eine engere Kommunikation zwischen den Schulen und dem ABI zu gewährleisten.

Neben der Neuausrichtung im Projekt-, Objekt- und Immobilienmanagement liegt die Herausforderung nach der Gründung des Amts in besonderer Weise in der Organisationsentwicklung. Aus den Kulturen dreier verschiedener Ämter soll nun eine werden. Auch im Personalbereich wurden innerhalb des ersten Jahres klare Strukturen und Abläufe geschaffen. Seit Amtsgründung wurden von den ursprünglich 115 vakanten Stellen bereits knapp 90 Stellen besetzt. Dafür wurden 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neu eingestellt. Noch nicht abgeschlossen ist die Suche nach einem Standort für ein neues Behördenzentrum, in dem das derzeit auf drei Gebäude verteilte ABI auch räumlich zu einer Einheit wird.

„Die Reform der Hochbau- und Liegenschaftsverwaltung war notwendig und hat sich bewährt“, ist Stadtrat Schneider überzeugt. „Aber es liegt noch ein gutes Stück Weg vor uns, bis wir alle unsere Ziele erreicht haben.“

Zahlen und Fakten zum ABI:
• Derzeit rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an drei Standorten
• Das Amt verwaltet rund 3500 städtische Gebäude, darunter 170 Schulen und 60 Kitas, sowie 44.000 Grundstücken mit insgesamt 98 Millionen Quadratmeter Fläche.
• Im ersten Halbjahr 2018 wurden rund 45 Millionen Euro an 87 Schulgebäuden verbaut (Maßnahmen über 50.000 Euro).
• Im Dienstleistermodell gab es für die Instandhaltung im Jahr 2018 bisher rund 2000 Aufträge bis 15.000 Euro mit einem Gesamtvolumen von 3,8 Millionen Euro. Davon entfallen 281 Aufträge auf die Städtischen Bühnen, 444 Aufträge auf das Kulturamt und 288 Aufträge auf das Sportamt.
• Für 2019 sind 7 Neubauten sowie 7 Sanierungen und Erweiterungen von Schulen geplant.

Meilensteine:
• 1. November 2017: Gründung des ABI
• Februar 2018: Neue Gymnasiale Oberstufe zieht vom Riedberg in die Voltastraße in Bockenheim.
• März 2018: Magistrat beschließt Bau- und Finanzierungsvorlage für den Schulcampus Westend.
• März 2018: Die Tribüne auf der Rennbahn wird abgerissen.
• April 2018: Am provisorischen Standort des Gymnasiums Nord in Westhausen beginnen die Erweiterungsarbeiten.
• April 2018: Die „Task Force Schultoiletten“ nimmt ihre Arbeit auf.
• August 2018: Gymnasium West wird am Standort „Am Römerhof“ eröffnet.
• Oktober 2018: Spatenstich für Neubau der Römerstadtschule.
(ffm)