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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Vertrag von Mousonturm-Intendant Pees verlängert

von Ilse Romahn

(07.09.2020) Auf Vorschlag von Kulturdezernentin Ina Hartwig hat der Frankfurter Magistrat den bestehenden Vertrag mit dem Intendanten und Geschäftsführer des Künstlerhaus Mousonturm, Matthias Pees, verlängert.

Matthias Pees
Foto: Stadt Frankfurt / Jörg Baumann
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Er wird das Haus bis zum Jahresende 2024 führen. Die entsprechende Vertragsverlängerung wurde von ihm und Kulturdezernentin Hartwig als Aufsichtsratsvorsitzende des als städtischen Tochtergesellschaft organisierten Mousonturms bereits unterzeichnet.

Pees leitet die Geschicke des Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm seit August 2013. Während seiner Amtszeit realisierte das Haus im Bereich Theater, Tanz und Performance richtungsweisende Projekte in FrankfurtRhein-Main wie die „Tanzplattform Deutschland 2016“ und das seit 2016 jährlich stattfindende Tanzfestival Rhein-Main im Verbund der Tanzplattform Rhein-Main. Matthias Pees holte internationale Theaterschaffende mit ihren Inszenierungen und Projekten nach Frankfurt wie 2014 das sich von Wiesbaden bis Hanau erstreckende Projekt „Evakuieren“ und die „McDonald‘s Radio University“ (2017) des japanischen Künstlers Akira Takayama. Takayama ist neben der philippinischen Choreografin Eisa Jocson, dem kongolesischen Theaterautor Dieudonné Niangouna, dem holländischen Jugendtheatermacher Jetse Batelaan und dem Schweizer Videokünstler Mats Staub einer von derzeit fünf assoziierten internationalen Künstler des Mousonturms.

Die erfolgreiche Arbeit von Pees gab den Ausschlag für die Verlängerung seines ursprünglich bis zum 31. Juli 2021 reichenden Vertrags. Hartwig würdigt die Leistungen des 50-jährigen Intendanten: „Matthias Pees hat nicht nur inhaltlich und programmatisch neue Zeichen gesetzt, sondern auch die Finanzierung des Hauses stabilisiert. Seinen außerordentlich guten Verbindungen sowie seinem Verhandlungsgeschick ist es zu verdanken, dass internationale Regisseure und Dramaturgen ihren Weg nach Frankfurt gefunden haben. Mit dem Festival ‚Theater der Welt 2023‘ und dem durch die Kulturstiftung des Bundes geförderten ‚METAhub Frankfurt‘ hat sich sein Haus überaus erfolgreich an wichtigen Frankfurter Projektvorhaben beteiligt. Ich freue mich daher auf die weiteren Impulse, die von Matthias Pees in den kommenden Jahren ausgehen werden.“

„Ich freue mich über das in mich gesetzte Vertrauen einer überaus konstruktiv und motivierend unsere Arbeit begleitenden Stadtpolitik und auf viele weitere hoffentlich spannende Jahre mit meinem großartigen Mousonturm-Team in Frankfurt – einer Stadt, in der Kulturarbeit auch deshalb richtig Spaß macht, weil man über fast alle institutionellen und Kunstgenre-Grenzen hinweg mit so vielen verschiedenen und interessanten Partnern, und für so viele verschiedene, diverse Publika Programm machen kann“, sagt Pees.

Während seiner Tätigkeit stärkte Matthias Pees in hohem Maße die Sichtbarkeit, Produktionsbedingungen und überregionale Vernetzung der lokalen freien Szene zeitgenössischer Tanz- und Performancekunst in Frankfurt, etwa in kontinuierlicher Zusammenarbeit mit Künstlern und Gruppen wie Billinger & Schulz, MAMAZA, zaungäste, YRD.Works, Paula Rosolen, Tony Rizzi oder Joana Tischkau. Auch wurde unter seiner Intendanz die Kinder- und Jugendarbeit im Tanz- und Performancebereich systematisch ausgebaut, etwa mit dem vom Land Hessen geförderten „next generation workspace“. Als Mitinitiator des Bündnisses Internationaler Produktionshäuser gelang es ihm, seit 2015 auch eine regelmäßige Förderung gemeinschaftlicher Projekte der sieben größten Produktionshäuser der freien Szene in Deutschland durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zu erwirken.

Erfolgreich initiierte Matthias Pees viele weitere interdisziplinäre Partnerschaften mit Kulturinstitutionen, Netzwerken und Förderern wie die Tanzplattform Rhein-Main mit dem Hessischen Staatsballett oder jüngst die erfolgreiche gemeinsame Bewerbung von Mousonturm, Schauspiel Frankfurt und Museum Angewandte Kunst für das Festival Theater der Welt 2023 in Frankfurt und Offenbach. In einer seit drei Jahren bestehenden Kooperation bringt der Mousonturm gemeinsam mit dem Schauspiel Frankfurt jährlich eine Neuproduktion aus dem Bereich internationales Theater, Performance und Tanz im Bockenheimer Depot heraus. Neben der im letzten Jahr in diesem Rahmen entstandenen Inszenierung „Chinchilla Arschloch waswas“ von Rimini Protokoll (Haug) sind seit 2019 noch vier weitere vom Mousonturm produzierte oder koproduzierte Aufführungen zum Berliner Theatertreffen eingeladen worden. (ffm)