Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 07.02.2023

Werbung

Verstärkte Rückenbeschwerden im Winter

Zusammenspiel von Kälte und Schmerz

von Ilse Romahn

(17.01.2023) Besonders in der frostigen Jahreszeit leiden viele Menschen an Rückenschmerzen. Während Wärme schmerzlindernd wirkt, scheint Kälte die Beschwerden zu verschlimmern.

„Meist stellt allerdings nicht die Temperatur an sich ein Problem für den Rücken dar, sondern der Effekt, den die Minusgrade auf einige Menschen haben. Statt sich draußen an der frischen Luft zu bewegen, ruhen sich viele lieber in der warmen Wohnung aus. Der Bewegungsmangel sorgt dann für die Rückenbeschwerden“, erklärt Lutz-Achim Koennecke, Facharzt für Neurochirurgie aus dem Meviva MVZ in Berlin.

Erhöhtes Risiko
Bei geringerer Aktivität bleibt auch die Muskulatur passiv und der Rücken wird nicht mehr ausreichend gestützt. Aufgrund der reduzierten Stabilität verletzen sich Betroffene somit schneller. Häufig verursacht auch das Iliosakralgelenk, kurz ISG, Schmerzen. Grund dafür: Im Winter erhöhen vereiste Wege oder Matsch die Gefahr auszurutschen. „Führt der Bewegungsmangel dazu, dass die Verbindungsstelle von Kreuz- und Darmbein nicht genügend von der umliegenden Muskulatur unterstützt wird, kommt es bei einem Sturz schnell zu einer Blockade des Iliosakralgelenks. Diese sorgt wiederum für Schmerzen, die in den Rücken ausstrahlen“, weiß Koennecke.

Verletzungen vorbeugen
Bei Minusgraden fällt es vielen Menschen besonders schwer, aktiv zu sein und Sport zu treiben. „Um der Verletzungsgefahr und einer ISG-Blockade jedoch vorzubeugen, bedarf es auch im Winter genügend Bewegung im Alltag. Dabei ist es sehr wichtig, sich warm anzuziehen, da ansonsten die Muskeln auskühlen und sich verhärten“, betont Koennecke. Wer sich nicht motivieren kann in die Kälte hinauszugehen, wählt am besten Indoor-Aktivitäten. Ob Schwimmen, Pilates oder Yoga – ein gezieltes Training von nur 15 bis 30 Minuten täglich beugt bereits künftigen Rückenbeschwerden vor. Danach empfiehlt es sich, Muskelverspannungen zum Beispiel durch ein warmes Bad oder einen Saunabesuch zu lösen.

Problem beheben
Liegt bereits eine ISG-Blockade vor, raten Experten zunächst zu konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie oder Wärmebehandlungen. Bewirken diese Methoden nicht den gewünschten Effekt, setzen Fachärzte bei einem minimalinvasiven Eingriff sogenannte iFuse-Implantate ein. „Mit ihrem dreieckigen Design ermöglichen die Implantate einen erhöhten Rotationswiderstand. Außerdem verwachsen sie dank ihrer porösen Oberflächenbeschaffenheit besonders schnell mit den umliegenden Knochen, wodurch mehr Stabilität erreicht wird“, erklärt Koennecke. Schon nach kurzer Zeit kehren die meisten Patienten wieder in ihren Alltag zurück. Für den operativen Eingriff übernehmen Krankenkassen in der Regel die gesamten Kosten.

Weitere Informationen unter www.si-bone.de