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Letzte Aktualisierung: 22.09.2021

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Verleihung des Robert Gernhardt Preises 2021

von Ilse Romahn

(06.09.2021) Den Robert Gernhardt Preis vergeben das Land Hessen und die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) jedes Jahr an renommierte Autorinnen und Autoren.

Die Auszeichnung soll ihnen ermöglichen, ein größeres literarisches Vorhaben umzusetzen. In diesem Jahr erhalten Fredy Gareis und Tanja Paar den Preis. Die beiden Preisträger teilen sich das von der WIBank gestiftete Preisgeld in Höhe von 24.000 Euro. Staatssekretärin Ayse Asar überreicht die Auszeichnung im Schloss Bad Homburg.

Staatssekretärin Ayse Asar: „Heute steht die Literatur im Mittelpunkt. Es geht um das Entstehen von Literatur und seine Wirkung auf den Leser. Der Robert Gernhardt Preis hat seit seiner ersten Ausschreibung einen hohen Anspruch\", so Staatssekretärin Ayse Asar. \"Der Preis will Autorinnen und Autoren bei der Realisierung größerer literarischer Projekte unterstützen, gute Literatur auszeichnen – und zwar so gute Literatur, dass sie schon nach sechs Seiten spürbar wird. 80 Autorinnen und Autoren bewarben sich um den Robert Gernhardt Preis 2021. Kindermund‘ von Fredy Gareis aus Rüsselsheim und ,Der Ziegenzirkus‘ von Tanja Paar aus Wien haben in Sprache, Stil und Plots der Texte die Jury überzeugt. Sie ist sich sicher, dass daraus Romane entstehen, die einen fesseln und die man unbedingt zu Ende lesen möchte. In diesem Jahr gewinnt der Hessische Literaturpreis somit zwei sehr würdige Preisträger dazu.“

Fredy Gareis erhält den Preis für sein Romanprojekt „Kindermund“. Es erzählt von vier Kindern, deren Eltern als Arbeitsmigranten nach Rüsselsheim gekommen sind. Die Jury überzeugte das Setting in den 1980er Jahren: „Die Atmosphäre der sich im schleichenden Niedergang befindlichen Arbeiter- und Opelstadt Rüsselsheim kondensiert sich in Gewalterfahrungen im familiären Umfeld. ,Kindermund‘ ist eine Prosa, in der Herkunft, Klasse und Ausbruchssehnsüchte sich auf schlüssige Weise zu einer Coming-of-Age-Geschichte verbinden.“

Tanja Paar erhält den Preis für ihr Romanprojekt „Der Ziegenzirkus“. Es spielt im Kosmos eines Dorfes im Grenzgebiet zwischen Nordhessen und Thüringen. Die Jury überzeugten die unterschiedlichen, aber ausschließlich weiblichen Perspektiven: „Geschickt wechselt Tanja Paar in ihrem Prosatext die Blickwinkel und die Stillagen, um die Konflikte zwischen Neuankömmlingen und Alteingesessenen anschaulich zu machen. Es geht um Selbstoptimierung, Selbstfindung und Selbstüberforderung. Und darum, welche Bedeutung der Begriff Heimat in der Gegenwart haben kann.“