Kultur

Vergessene Musik im Hochbunker

Wiederentdecktes und recherchiertes Notenmaterial von verfolgten Frankfurter jüdischen Musiker wird am 10. Mai an der Friedberger Anlage zur Aufführung kommen / Projekt mit Beteiligung von Studenten der Goethe-Universität

Die Kompositionen verfolgter Frankfurter jüdischer Musikerinnen und Musiker werden am 10. Mai im Hochbunker an der Friedberger Anlage, gebaut auf den Grundmauern der von den Nationalsozialisten zerstörten Synagoge, zu hören sein: Das Konzert mit Werken von Bernhard Sekles, Ernst Toch, Max Kowalski, Erich Itor Kahn sowie Liedern von Rosy Geiger-Kullmann und Willy Salomon basiert auf einer Kooperation: Beteiligt sind die Goethe-Universität, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK), die Initiative 9. November e.V., Musica Judaica e.V. und die Frankfurter Gesellschaft für neue Musik e.V. Ziel des gemeinsamen Projekts „Gegen das Vergessen“ ist es, die Werke Frankfurter jüdischer Musikerinnen und Musiker, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, wieder sichtbar und hörbar werden zu lassen. 

Konzert mit Werken verfolgter Frankfurter jüdischer Musiker, Sonntag, 10. Mai, 18 Uhr, Hochbunker,  Friedberger Anlage 5-6, Frankfurt am Main

Zum Hintergrund: Im Sommersemester 2025 fand an der Goethe-Universität ein musikwissenschaftliches Seminar zum Thema „Jüdische Musiker in Frankfurt bis zum Nationalsozialismus“ statt. Studenten recherchierten die Biografien und Kompositionen jüdischer Musiker aus Frankfurt. Dies findet seinen Niederschlag nicht nur in Konzerten, sondern auch in einer kleinen Wanderausstellung, die zusätzlich am 10. Mai erstmals gezeigt werden wird. 

„Es ist eine schöne Erfahrung, zu sehen, wie Studenten der Musikwissenschaft erlernte Methoden anwenden, um selbständig Quellen zu ermitteln, die von einem weithin vergessenen, aber einstmals lebendigen Musikleben zeugen“, betont Prof. Daniela Philippi, Professorin für Historische Musikwissenschaft an der Goethe-Universität.