,Verbrannt in Kiste MKH 42‘? Das Museum Angewandte Kunst und die Geschichte der Silbersammlung von Joseph Pinkus und Hedwig Ehrlich
Foto: Anja Jahn, MAK
Hedwig Ehrlich lebte ab 1899 gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem berühmten Immunologen und Nobelpreisträger Paul Ehrlich, im Frankfurter Westend. In der NS-Zeit wurde Hedwig Ehrlich diese 600 Objekte umfassende Sammlung entzogen. Davon gelangten 67 besonders wertvolle Gegenstände in den Besitz des damaligen Museum für Kunsthandwerk, heute Museum Angewandte Kunst. 1949 wurden diese Objekte restituiert – bis auf zwölf Stücke, die angeblich im Krieg verbrannt waren. Seit 2016 unterzieht das Museum Angewandte Kunst seine Bestände einer gründlichen Prüfung auf unrechtmäßig angeeignete Objekte aus jüdischem Besitz zur Zeit des Nationalsozialismus. Im Zuge dessen identifizierte die Referentin 2017 diese Gegenstände im Bestand des heutigen Museum Angewandte Kunst. Ihr Vortrag beleuchtet die Geschichte dieser Sammlung im Spannungsverhältnis von Verlust, Raub und Verwahrung.
Dieser Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Geraubt. Gesammelt. Getäuscht. Die Sammlung Pinkus/Ehrlich und das Museum Angewandte Kunst“. Zu den weiteren Veranstaltungen zählen auch Sonderführungen. Zum nächsten Termin am Sonntag, 19. August, 15 Uhr, führt zum Beispiel die Co-Kuratorin und stellvertretende Direktorin, Grit Weber, durch die Ausstellung.
Die Ausstellung ist Teil des Kooperationsprojekts „Gekauft. Gesammelt. Geraubt? Vom Weg der Dinge ins Museum“ mit dem Historischen Museum, dem Jüdischen Museum, dem Weltkulturen Museum und dem Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main.
Es ist keine Anmeldung erforderlich. Der Eintritt beträgt 5 Euro und 3,50 Euro ermäßigt.